Immer weiter forschen: SPEX präsentiert A L’Arme Festival

Einer der radikalen Genreverweigerer des diesjährigen A L'Arme Festivals: Frank Bretschneider. Foto: Alberto Novelli.

Zu den Waffen! heißt es auch bei der fünften Ausgabe des Contemporary Jazz- und Experimentalfestivals A L’Arme, mit dem Grenzen gesprengt und Regeln gebrochen werden sollen. Ganz vorn im Kampf gegen die Kontinuitäten: Thurston Moore, Nate Wooley und Frank Bretschneider. Außerdem: kompositorische Uraufführungen, audiovisuelle Performances und Quadrophonie. SPEX präsentiert und verlost Tickets.

Vom 2. bis 5. August verschreibt sich das A L’Arme Festival zum fünften Mal dem Transformativen: Mit allerhand Improvisation wird hier nach künstlerischen Gegenentwürfen gesucht. In der Auseinandersetzung mit Klängen fragt das Festival nach ihren Verhältnissen und ihrem Verständnis im Musikalischen wie Diskursiven. Dem Underground will man hier sein Nicht-Kommerzielles, der Protestkultur ihr Ungestümes zurückgeben. Daran arbeiten 65 Acts aus über zehn Ländern mit ihren Performances im Berliner Radialsystem V und dem Berghain.

Den Auftakt macht die in Berlin lebende DJ-Künstlerin Mieko Suzuki aus Japan, die das Festival mit ihren elektroakustischen Soundscapes begleitet. Raster-Noton-Labelmitbegründer Frank Bretschneider präsentiert seine audiovisuelle EXP-Performance, die die Eigenschaften der Musik visuell erforscht. Sonic Youths Thurston Moore und Massakers Caspar Brötzmann sind nicht nur dicke Freunde, sie schlossen sich auch 2014 in London für eine Impro-Duo-Show zusammen. Den zweiten Teil der Kollaboration gibt es nun beim A L’Arme. Dort bringen sie ihre Fender-Sounds von Industrial Noise und Rock zusammen. Beim norwegischen Orgel-Trio Elephant 9 treffen Rhodes und Hammond aufeinander. Aber: Dem Rufe zum Trotz weicht Retromania hier den Avantgarde-Jazz-Metal-Drums von Torstein Lofthus.

Für die Weltpremiere der elektroakustischen Performance vom Berliner Schlagzeuger Christian Lillinger mit Vibraphon, Kontrabass und Live-Electronics wird der Saal des Radialsystems quadrophon ausgerichtet. Mit seinem Mix aus Akustischem und Elektronischem produziert Lillinger in Echtzeit nahezu hyperreale Tonräume. Die Uraufführung von Nate Wooleys siebenteiliger Kompositionsreihe „Seven Storey Mountain“ fand 2015 in New York statt, im Rahmen des A L’Arme treffen Amerikas Avantgarde-Musiker und Berlins Klangkünstler für die Berlin-Premiere aufeinander. Teil des 19-köpfigen Orchesters sind unter anderem Drummer Chris Corsano und Violinistin Samara Lubelski.

Am Festivalfreitag gibt’s nochmal Caspar Brötzmann und Thurston Moore zu hören, dieses Mal jedoch in anderer Konstellation: Brötzmann wird gemeinsam mit Schlagzeuger Alexandre Babel und Bassist Massimo Pupillo ihr erstes Album vorstellen. Thurston Moore wird mit der Thurston Moore Group eine exklusive Berlin-Release-Show des Albums Rock’n’Roll Consciousness geben. Außerdem: eine Performance von Saxophon-Größe Joe McPhee und dem norwegischen Drummer Paal Nilssen-Love. Beide arbeiten schon seit 17 Jahren als Improvisationsduo zusammen.

Die holländische Pianistin Kaja Draksler aus Slowenien findet die Dynamik zwischen Impro und Komposition besonders spannend. Diesem Spannungsfeld widmet sich ihr Octet. Marcus Schmickler komponiert am liebsten mit dem Computer. Der Kölner Elektronikkünstler arbeitet seit 1998 mit dem Wiener Synthie-Experten Thomas Lehn zusammen, bei ihrer Performance lassen die Tonkünstler einmal mehr Analoges und Digitales zusammenfallen. Dem Festival ist Gitarrist Andy Moor ein Name, dieses Jahr bringt er seine Post-Punk-Band The Ex mit. Seit 1979 schon spielen sie ihren eklektischen Stil aus afrikanischen Musiktraditionen, Jazz und Punk.

Finales Gimmick: Sound Design next level. Im abgedunkelten Saal des Radialsystems wird das Festival den Kreis um sein diesjähriges Credo schließen: das Zusammenführen verschiedenster Kunstformen. Deswegen trifft sich hier Analog- und Digitalkunst, gepaart mit visuellen Installationen, zur Kreation einer Ästhetik der Zukunft. Die Techno-Avantgardisten von Raster-Noton und Resident-DJane Mieko Suzuki runden das Festival mit ihren audiovisuellen Live-Performances und DJ-Sets ab.

SPEX verlost je 1×2 Tickets pro Festivalabend. Um am Gewinnspiel teilzunehmen, einfach eine Mail mit dem vollständigen Namen sowie dem Betreff „Alarme“ an gewinnen@spex.de senden.

SPEX präsentiert A L’Arme Festival
2.8. – 5.8. Berlin – Radialsystem V, Berghain
Weitere Infos und Tickets gibt’s hier.

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