Santigold veröffentlicht neues Album „I Don’t Want: The Gold Fire Sessions“ / Stream

Cover: I Don't Want: The Gold Fire Sessions

Santigold haut das nächste Goldstück raus! Zugegeben, sehr flacher Sprachwitz, doch zur Verteidigung: Ihr neues Album I Don’t Want: The Gold Fire Sessions wurde heute ohne Vorankündigung und nach zwei Jahren der Stille veröffentlicht. Und legt eine Punktlandung zwischen sommerlicher Hirnerweichung und einem Überschwall an politisch-brisanten News hin. 

Seit einem guten Jahrzehnt schon lotet Santigold die Genregrenzen von Pop, Reggae, Afrobeat und Elektro aus – und definiert sie bei Gelegenheit gleich neu. So nun auch auf ihrem vierten Album I Don’t Want: The Gold Fire Sessions, das trotz aller Gesellschaftskritik ein „Sommer-Reggae-Album“ ist, wie Santigold es selbst bezeichnet. Anders als auf dem konsumkritischen Vorgänger 99¢ beschäftigen sich ihre Texte nun mit Polizeigewalt, Rassismus und Sexismus – begleitet aber von hittigen Feelgood-Sounds. Schon der erste Track des Albums „Coo Coo Coo“ klingt zwar nach tropischem Sommerurlaub, ist aber ein vertonter Mittelfinger an alle catcaller. Oder „Crashing The Party“, der zunächst unbeschwerte Entschuldigung zu sein scheint, dann aber zu weiblicher Emanzipation aufruft.

Diese Themen sind es, die die Philadelphian mit Wohnsitz in Brooklyn derzeit beschäftigen, besonders im Hinblick auf die Zukunft ihrer Zwillinge, deren Geburt zusammenfiel mit der Fertigstellung des Albums. Daher bezieht sie sich im Titel auf den letzten Track „Gold Fire“, in dem eine Leidenschaft, ein Ziel besungen wird, wofür es sich zu kämpfen lohnt. Probleme müssen angesprochen und Lösungen gemeinsam gefunden werden. In die Politik hat Santigold dabei wenig Vertrauen, denn würden dort, ihr zufolge, eher einzelne Politiker_innen und nicht tatsächliche gesellschaftliche Konflikte im Fokus stehen.

Darum setzt sie mit I Don’t Want: The Gold Fire Sessions auf Subversion durch Abwechslung. Die Mischung macht’s! Denn ihre Devise lautet: Hat man Spaß an einem Song, dann hört man auch genauer hin.

Eine ausführliche Titelgeschichte zu Santigold finden Sie in unserer Printausgabe SPEX No. 338, die weiterhin versandkostenfrei im Shop erhältlich ist.

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