Die bereits vorab veröffentlichte, hier auch enthaltene Single »Diamonds In The Sky« ist klasse, vielleicht im Emperor Machine-Remix noch mehr als im Original, das auf spacigen Electrofunk zugunsten flirrender Pedal-Steel-Gitarren verzichtet, die auf diesem Album eine übergeordnete Rolle spielen. Anstatt die übliche Funktion zu erfüllen, die Musik ihrer Wurzeln zu versichern, kommt den Slide-Gitarren hier eine schwebende Qualität zu, die die Songs mit einer fast schon ätherischen Leichtigkeit ausstattet. Vor diesem Hintergrund macht der Umstand, dass Marko Nyberg, der Kopf der Band, als »Sound Designer« – wie es das Info nennt – gearbeitet hat, gleich noch mal so viel Sinn. Der Gestaltlosigkeit von Geistern entsprechend, fransen die Strukturen aus, auch wenn die Melodien immer intakt bleiben und das dritte Stück »Nightless Night« bei aller Vorliebe für Transparenz durchaus druckvoll agiert. Die Lieblichkeit der Musik, die einer als angenehm empfundenen unkonkreten Instrumentierung zugeschrieben werden kann, findet ihre Ergänzung in der zarten Stimme von Sängerin Reeta-Leena Korhola. Die ganze Band kommt aus Finnland, und wer will, darf gern weite, unerschlossene Landschaften in der Musik hören. Tatsächlich kommen in den Texten zahlreiche Bezüge zur Natur vor (Libellen, Sonnenstrahlen, Wälder und Höhlen), die sich vom Stadtleben abgrenzen. Dazu passt auch, dass Marko Nyberg von der zentralen Bedeutung spricht, die das Meer für ihn habe. Die Nähe zum Wasser hat vielleicht wirklich einen Einfluss auf das Gefühl von Weite, das sich hier häufig vermittelt.

LABEL: Catskills

VERTRIEB: Groove Attack

VÖ: 26.01.2007