Live-Soundtrack vor großer Leinwand: Phoebe Killdeer und Ole Wulfers begleiten den Film-Essay Le Quattro Volte – von SPEX präsentiert. 

Der Kreislauf des Lebens wird nur selten so kontemplativ beschrieben wie in Le Quattro Volte von Michelangelo Frammartino. Viel passiert in dem Film-Essay nicht. Man sieht eine ländliche Gegend in Kalabrien, man gibt einem alten Hirten sein letztes Geleit, man erlebt, wie ein junges Zicklein seine Herde verliert, und man beobachtet, wie eine gefällte Tanne zu Holzkohle verarbeitet wird. Rauch steigt auf und erzählt vom Ende ebenso wie vom Neubeginn. Pythagoras Seelenwanderung gab den Impuls zu dem Film, der auf Deutsch Vier Leben heißt.

Phoebe Killdeer und Ole Wulfers geben Konzert beim Howling Wolf Festival (Foto: Ole Wulfers).

Beim Howling Wolf Festival wird diese Meditation über das Leben von 2010 erneut gezeigt. Das Festival für Film-Musik-Performances ist bereits in vollem Gange. Noch bis zum 31. Juli zeigt es im Wolf Kino und im Guttempler ungewöhnliche Konzerte vor der großen Leinwand. Das Konzept: Avantgarde-Musik trifft auf Arthouse-Kino. Dabei entstehen Live-Soundtracks. Begleitet werden sie von Vorträgen, Diskussionen und Workshops zur komplexen Beziehung von Bild und Ton.

Le Quattro Volte ist die Flimmertapete für Phoebe Killdeer (Nouvelle Vague) und Ole Wulfers (Party Diktator) Konzert-Performance. Die beiden Musiker_innen, die 2016 The Piano’s Playing The Devils Tune veröffentlicht haben, machen experimentelle Electro-Musik, die mit Punk- und Jazz-Elementen versetzt ist. In ihrer Arbeit spielt immer auch die filmische Ebene eine wichtige Rolle, wie man an ihren aufwendigen Musikvideos sieht. Aber die musikalische Begleitung eines Films über Kalabrien, Ziegenherden und Seelenwanderung? Das ist in jedem Fall etwas Neues. Und wird vermutlich eher zart als hart.

Weiter Infos gibt es hier.

SPEX präsentiert Phoebe Killdeer und Ole Wulfers beim Howling Wolf Festival
18.07 Berlin – Guttempler (Probesession)
20.07 Berlin – Guttempler (Aufführung)