Hot Water Music

Man nennt sie »Hardest Working Band On Earth« (zum Beispiel in SPEX 10/02). Ich liege ihnen seit Jahren wegen ihrer Kompromisslosigkeit zu Füßen. Menschen vergöttern ihre Art, den Neunziger Jahre-Punk zu spielen, Hardcore einen nie müde werdenden Mann sein zu lassen und sowieso immer alles richtig gemacht zu haben. Dem ist auch 2004 noch so, aber eben … anders.
»The New What Next« hat im Gegensatz zu früheren Platten die Zugänglichkeit für sich entdeckt. Schon der Opener tut so, als wäre HWM der legitime Nachfolger der legendären Quicksand. Breitwandgitarren, kurzer Energieeinschub, ansonsten spielen sie sich so weit an der Wall of Sound entlang, bis sie bei genau der MTV-Crowd angekommen sind, vor der sie sich vor zwei Jahren noch gefürchtet haben. Selbst dran schuld? Zu viel Sparta gehört? Einen Kompromissklos verschluckt? Zugegeben: Es steht ihnen nicht selten gut – einmal den »Schock« überwunden, finden sich viele hoch potente Momente rauer Euphorie. Wenn es hilft, dieser Band auch nur ein Promille mehr Aufmerksamkeit zu bescheren: geschenkt. »What« uns allerdings nach diesem »New« eventuell als »Next« erwarten könnte, lässt mich dann doch in etwa so unruhig werden, wie der Anfang dieses Satzes stilistisch eine Katastrophe ist.

LABEL: Epitaph

VERTRIEB: SPV

VÖ: 20.09.2004

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