Bei Hot Club de Paris handelt es sich um drei gewitzte Kerlchen, das legt schon der im Albumtitel eingebaute Kopfnicker in Richtung Snoop Dogg nahe. Wie man weiter vorne im Heft nachlesen kann, hat die Band rein musikalisch ja mit Hiphop nichts am Hut, ist dafür aber von dem Zwang befallen, ihre Texte mit sympathischer Albernheit und popkulturellen Referenzen ausstaffieren zu müssen, was sich am deutlichsten in einem Songtitel wie »Hello, I Wrote A Song For You Called >Welcome To The Jungle<« niederschlägt, an unzähligen anderen Stellen aber weit subtiler eingewoben ist. Schrullig, nie oberschlau. Der musikalische Rahmen hingegen ist eng gestrickt: Ganz richtig werden, wenn es um Hot Club de Paris gehen soll, immer wieder die Minutemen als Verweisband bemüht, genauso darf das, was Anfang/Mitte der 90er mit Bands wie Karate oder Don Caballero als »Math-Rock« in voller Blüte stand, als Pate herhalten.

Die in wortwörtlich zu nehmender Power-Trio-Besetzung eingespielten Stücke leben von überspannter Sprunghaftigkeit, häufigen Rhythmuswechseln, einer über zickigen Jazz informierten Gitarre und der Erkenntnis, dass auch mal im 7/8-Takt über den Dancefloor gewackelt werden kann. Der »Unique Selling Point«, so nennt man das wohl, ist neben all dem zappeligen musikalischen Hakenschlag der häufig dreistimmig vorgetragene Harmoniegesang, hie und da a cappella, der weniger virtuos als vielmehr holprig und aus Spaß an der Freude daherkommt und den Herren aus Liverpool das im Indierock nicht höllisch oft benutzte Wort »Barbershop« ins Bandprofil geschrieben hat. Nach etwas mehr als einer halben Stunde ist Schluss. Zack! Wie es sich für amtlichen Punk/Hardcore gehört, bloß nicht zu viel Tonträgermaterial vergeuden, wenn in dreißig Minuten ohnehin mehr Ideen verbraten werden, als andere Bands auf Fünffach-Vinyl packen.

LABEL: Moshi Moshi

VERTRIEB: Cooperative Music / RTD

VÖ: 05.01.2007