Hinter Holy Strays verbirgt sich der 23-jährige Sebastien Forrester. Nach Veröffentlichungen auf Not Not Fun und Morning Ritual erschien nun seine erste, wahrlich sakrale EP Chasm.

Forrester, aktuell in Paris ansässig, führte eine nomadische Kindheit. Er wuchs unter anderem in Texas und der Karibik auf. Musikalische Einflüsse, die man in Forresters verhuschten, vielschichtigen Klangmanufaktur in Form von sparsam getupften Gitarren und karibischen Rhythmen wiederfinden kann, etwa in der überzeugenden Vorjahressingle »Christabelle«. Auch die meisten Songs auf Chasm klingen dabei, als seien es in Wahrheit drei verschiedene Stücke, die miteinander um Raum zur Entfaltung konkurrieren, so dicht ist Forresters Netz der Versatzstücke.

Doch was auf dem Papier wie eine Ding gewordene Überambition wirken mag, fügt sich überraschend stimmig zu einem einzigen Ganzen. Besagte Gitarren erden die Polyrhythmik und wiederkehrend eingesetzte Samples, die in etwa so klingen wie ein gregorianischer Choral (Sind das die holy strays, die heiligen Streuner?), führen den Sound in dunkle, beinahe mystische Gefilde.

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