Hiatus Kaiyote mit »Choose Your Weapon« auf Tour / Ticketverlosung

Kosmischer Soul kennt keine Grenzen: Hiatus Kaiyote falten auf jedem der 18 Stücke von Choose Your Weapon eine neue Ebene klanglicher Möglichkeitsräume auf. Im November bereisen sie damit Deutschland – SPEX verlost Tickets.

Sie sind neun Tage durch die Wüste Australiens gefahren, 5000 Kilometer in einem Mietauto, von Melbourne nach Alice Springs und zurück. Sie sind durch rote und gelbe Wüsten gewandert, in eiskalten Wasserlöchern geschwommen, haben in verlassenen Minen geschlafen, Tausende von Sternen am Nachthimmel gesehen, Adlerfedern gesammelt, Kamelburger gegessen und ein Känguru angefahren. Sie haben Musik gemacht und einen Videoclip gedreht. Darin sieht man nicht nur all das mythologische Drumherum, sondern vor allem die vierköpfige Melbourner Band selbst: ein Grüppchen von Folk-Hippie-Geeks, deren Sängerin und Gitarristin Nai Palm wie ein Update von Tank Girl im erdig-futuristischen Ethnolook wirkt. Und das macht so unglaubliche Musik, die mit ihrem grandiosen kosmischen, in einem riesigen Dampfkochtopf bis ins All aufwallenden Neo-Soul-Jazz doch unmöglich aus diesen freundlichen Normalokörpern aufsteigen kann.

In Interviews geben Hiatus Kaiyote zu Protokoll, ihr zweites Album Choose Your Weapon sei ein »dicker Happen«, und in diesem »Kessel Buntes« finde sich bestimmt etwas für jede und jeden, da sie einen »Haufen verschiedener Einflüsse« verarbeitet hätten. Was sich wie eine Drohung liest, klingt auf Platte tatsächlich famos. Man mag kaum glauben, dass die Band erst Mitte 2011 zusammenfand, bevor sie 2013 mit dem Debütalbum Tawk Tomahawk auf einen Schlag künstlerisch völlig vollendet in die Öffentlichkeit drang. Und man kann sich auch kaum vorstellen, dass hinter dem exzentrischen Namen und dem durchgeknallten Artwork – Def Leppard trifft auf Designbüro Metahaven trifft auf Zooperaismus – nette Sterbliche stehen, die nicht mit einem mothership geschichtsbewusst durch afrofuturistische Galaxien rasen. Doch was sind vergängliche Körperbehälter, wenn’s doch ums kosmische Ganze geht? Grenzen, die kein Schwein braucht. Und erst recht nicht, wer von Bobby McFerrins Sohn Taylor entdeckt wurde und Prince, Erykah Badu, Pharrell, Alice Russell und Questlove zu seinen Fans zählen darf, die den »multidimensionalen, polyrhythmischen Gangsterscheiß« (Eigendefinition) von Hiatus Kaiyote lieben.

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Man kann auch selbst nicht anders, als diesen warm glänzenden Future Soul zu herzen, der mit seiner eigentlich banalen Grundbesetzung aus Schlagzeug, Gitarre, Bass, Synthie, Gesang ebenso von Stevie Wonder wie von Blue-Note-Jazz gelernt hat und in so gut wie jedem der 18 Stücke des neuen Albums mit überraschenden Tempiwechseln und dem kehligen, kräftigen, elegisierenden Gesang Nai Palms eine neue Ebene klanglicher Möglichkeitsräume auffaltet. Klangquellen wie gehauchte Background-Vocals, exquisit tröpfelnde Synthiesounds, flatternde Beats und knarzende Bässe schweben aufeinander zu und werden durch die wie ein ganzes Vokalensemble klingende Stimme der Sängerin, die übrigens auch kompositorisch die Chefin der ansonsten männlich besetzten Band ist, zu einem Ganzen verbunden, das immer über sich selbst hinauszuplatzen scheint. Das hindert die Band nicht daran, unzählige Tiere als Gäste auf ihre neue Platte einzuladen: Laut Nai Palm verstecken sich in den Songs von Choose Your Weapon unter anderem ein Jam mit einer Eule, eine Katze mit Vocoderstimme sowie ein Vögelchen namens Jolly Parker. Kosmischer Soul kennt eben keine Grenzen.

Hiatus Kaiyote live
02.11. Frankfurt – Zoom
03.11. München – Ampere
04.11. Berlin – Yaam
10.11. Köln – Clubbahnhof Ehrenfeld

Wir verlosen 1×2 Tickets für jeden der vier Deutschlandtermine. Wer gewinnen möchte, schickt einfach bis zum 02. November eine Mail mit dem Betreff »Hiatus Kaiyote« unter Angabe des vollständigen Namens an gewinnen@spex.de. Viel Glück!

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