Heute Bin Ich Etwas Eilig

   Ein Blick zurück in das Jahr 1811: Der Kleine Wannsee trägt noch den ulkigen Namen Stolper Loch, doch spielen sich ernste traurige Dinge an seinem Ufer ab. Am 21. November erschießt der deutsche Dichter HEINRICH VON KLEIST zuerst seine am Krebs schwer erkrankte Freundin Henriette Vogel, dann sich selbst. Ein Suizid, der die lyrisch-literarische Szene prägte wie sonst nur jener von Goethes Werther, wenngleich dieser doch fiktiv blieb. Mit der Unterzeile »Niemand schrieb so schöne Abschiedsbriefe wie Heinrich von Kleist« druckte etwa das Magazin DUMMY kürzlich seine letzten Briefwechsel ab.

   Welch vielfältiges ergreifendes Werk von Kleist in dem Jahren vor seinem Tode aus den Händen gerann, kann beim KLEISTFESTIVAL – Einstürzende Welten als Chance von heute, dem 4. November, an bis zur 200. Jährung des Todestages im Maxim Gorki Theater Berlin erlebt werden. So interessierte sich der Dichter und Dramatiker, der Zeit seines Lebens nach heutiger Sicht eher ein missverstandener underground poet war, auch für Musik, in der er die »algebraische Wurzel« aller Kunst sah. Gerade 17-jährig sog er deshalb als Straßenmusikant durch den Harz.

   Der als Autor und Regisseur mit der Bühne bestens vertraute Die-Goldenen-Zitronen-Sänger Schorsch Kamerun (Foto) nimmt diese Reise zum Anlass für zwei Konzerte »aus der Bewegung heraus«, die im Rahmen des Festivals und unter dem Titel Heute Bin Ich Etwas Eilig am Samstag, dem 5. November um 23 Uhr, und Sonntag, dem 6. um 20 Uhr, im Gorki gegeben werden. Unterstützt wird Kamerun dabei von Christiane Rösinger, Carl Oesterhelt, Pollyester, Saleweski und der Band Die Türen (von der wir nebenbei bald neues Material erwarten dürfen).

   Spex verlost 2×2 Karten für das Konzert am Samstag.

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