Metamorphosen des Hans U.

Die wahre Stimme Hans Unsterns?

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Seltsames trägt sich rund um unser »Album der Ausgabe«, Hans Unsterns The Great Hans Unstern Swindle, zu. Nachdem bereits bei der Vorstellung seines Lyrik- bzw. Lyrics-Bandes Hanky Panky Know How beim Merve Verlag statt des üblichen dunkel- und langhaarigen, bärtigen Anblicks, sich eine Person vor die Journalist*innen setzte, die zum blauen kurzen Haar und rasiertem Kinn Fliegersonnenbrille und weiße Gardrobe trug (Video unten), wurden nun zuletzt über die Kanäle des Sängers zwei Videos geteilt, die das Verwirrspiel weiter betreiben. Im aktuellsten, Burn Out (s.u.), taucht sie nun erneut auf, diesmal mit blonder Silbereisen-Arland-Frisur. Erklärt sich für ausgebrannt, unfähig eine Band zu inspirieren. Im Infotext dazu heißt es, die Veröffentlichung des eigentlich für den 26. Oktober angedachten Albums sei »bis auf weiteres verschoben«. Eine Anfrage beim Label Staatsakt bleibt ergebnislos: »Kein Kommentar!«

   Aber hören wir genauer hin, beim vorab hochgeladenen Die wahre Stimme Hans Unsterns (s.u.): »Mir wurden jegliche Aktivitäten untersagt, die dazu führen konnten, dass die Tatsache, dass ich nicht der tatsächliche Sänger bin, an die Öffentlichkeit gelangt.« Und weiter: »Wie hätte ich den zugegeben können, dass ich nicht die wahre Stimme Hans Unsterns bin?« Die Beweispflicht wird umgedreht – Milli Vanilli outen sich selbst, ohne vorab überhaupt bekannt gewesen zu sein. »Ich werde es nun jedoch nicht dulden, dass das zweite Hans-Unstern-Album ohne meine Mitwirkung zur Veröffentlichung kommt.« Das ist ihr bereits gelungen. Und dann neulich im Biosupermarkt, wer steht da vor mir … Aber lassen wir das. Freuen wir uns auf die von SPEX präsentierte Tour von Hans Unstern, Ende November, Anfang Dezember. Sicherlich mit der wahren Stimme und dem wahren Gesicht.

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SPEX präsentiert Hans Unstern live
21.11. Hamburg —  Uebel & Gefährlich 
22.11. Köln — Gebäude 9 
23.11. Frankfurt — Brotfabrik 
24.11. München — Orangehouse 
25.11. Wien —  B72 
05.12. Berlin — Festsaal Kreuzberg

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10 KOMMENTARE

  1. :) Vielleicht auch der Versuch im deutschen Sprachraum das auszureizen, was Bret E. Ellis mit “Post-Empire”
    bezeichnet hat?

  2. Vom Post Empire war – glaube ich – in der Lady Gaga Ausgabe die Rede.
    Da geht es um die Überwindung von den Fragen nach “guter” und “schlechter” Musik, die mit der Ablösung von der Idee des Genies verbunden ist. Wenn ich es richtig verstanden habe.
    Was immer Hans Unstern treibt – ich bin auf das neue Album gespannt und muss mir noch “kratz dich raus” besorgen. Paris ist so ein wunderbares Lied.

  3. Ja der Hans trägt seine Krisen und Burnouts jetzt vor der Kamera aus und du kannst dir den Ganz-Hans jetzt in Gänze angucken oder es lassen. Aber darüber nachgrübeln wie der Hans wohl „so privat“ drauf ist (und ob sich da heimliche Abgründe befinden) kannst und brauchst jetzt nicht mehr. Der Hans ist der Hans, take it or leave it. Vielleicht ist Charlie Sheen nicht so das Beste transatlantische Pardon, weil er nicht so der metamorphste ist. Aber Lady Gaga könnte man da schon mal nennen, ich meine rein optisch ist die Ähnlichkeit allemal frappierend. I would be proud to be Hansis „little monster“! :)

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