Rebellion in Tassen

lindstrom

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In der norwegischen Nu Disco steppt die Party bis heute munter weiter, der Kehraus lässt noch immer auf sich warten. Todd Terje etwa landete im letzten Jahr den Hit Ragysh und veröffentlichte Anfang diesen Jahres nun die EP It's the Arps. Zuletzt remixte er Roxy Music wie zuvor bereits Hans Peter Lindstrøm, der letzte Woche mit seinem Album Six Cups of Rebel auf Smalltown Supsersound nachlegte. Und vom recht hässlichen Cover einmal abgesehen, bietet das Werk nur frohe Kunde – Inhalt schlägt Verpackung.

   Da wird am Anfang noch im halben Ernst minutenlang georgelt, da groovt später die 808 lüstern-trocken, die Synthies und die wiederkehrende Orgel dürfen sich immer wieder wie ein scharf abbremsendes Auto versteigen – der Club fliegt im Farbenrausch vorbei. Überhaupt ist das Tempo durchweg ungewohnt hoch. Überraschend ist dabei die Frische von Lindstrøm anno 2012, der doch schon seit neun Jahren im Geschäft ist und schon 2005 eine Platte mit selbem Namen seinem Repertoire hinzufügte. Hier und jetzt schafft er es, jene Prog-Anleihen, die Justice vor kurzem noch in den Sand setzten, in einen entfesselten Sound einzuweben, dem selbst Flöten (Oh, Kitsch!) nichts anhaben können. Und er tut vor allem gut daran, sich nicht darum zu scheren, dass die hier beschworene Cosmic Disco lange, lange schon zum Klischee verkommen ist.

   Am morgigen Freitag, dem 18. Februar, spielt HP mit Four Tet, Jesse Rose, DJ Sneak, Axel Boman und Oliver $ im Watergate, Berlin. Spex verlost noch 2×2 Plätze. Zur Einstimmung nachfolgend sein aktuellen Mixe Other People’s Poetryund Nordic Nights für yourstru.ly bzw. Tzugi und der Remix vom Albumstück Quiet Place To Live, den Todd Rundgren seine seltenen Weihen gab.

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