In den meisten US-amerikanischen Schulen beginnt der Tag mit dem ewig gleichen Ritual, dem Schwur auf die amerikanischen Flagge. Jetzt wurde allerdings vor einem Bundesgericht in San Francisco entschieden, dass dieser "Pledge of Allegiance" verfassungswidrig sei.
Damit gaben die Richter einem kalifornischen Atheisten recht, der sich insbesondere an der Bezeichnung von "one nation under god" störte. Eines der Hauptargumente gegen die somit mögliche Beeinflussung der Tochter des Klägers in Glaubensfragen, ist die in der Varfassung verankerte Trennung von Staat und Kirche. Auch wenn kein Schüler gezwungen ist, den Schwur auf die Flagge mitzumachen, so sieht der Vater seine Tochter jedoch dadurch gefährdet, jeden morgen mitanhören zu müssen, dass es einen Gott gibt. Konservative Politiker und religiöse Gruppen zeigten sich entsetzt von der knappen 2-1 Entscheidung des als liberal bezeichneten Gerichts, die als "lächerlich", "unglaublich" und als "Anschlag auf einer Säulen des Landes" bezeichnet wurde. Das der Fall in Berufung geht und vor dem obersten Gerichtshof, dem Supreme Court, landet ist ziemlich sicher. Der Supreme Court eröffnet seine Sitzungen übrigens mit den Worten "God save the United States and the honorable court". Wie die ganze Geschichte endet, dürfte somit also klar sein.