Gorillaz »Stylo feat. Bobby Womack & Mos Def«

Neben der kurzen Meldung der möglichen Reunion der genialen Surf-Band from outer space Man or Astro-Man? im Rahmen des diesjährigen SXSW-Festivals ist das Thema des Tages in Sachen Popmusik das neue Album der Gorillaz. Auf ihrer Webseite veröffentlichte Damon Albarns Schattenkabinett heute die offizielle Tracklist des neuen Albums »Plastic Beach« samt aller Gastsänger, und davon hat das Album nicht wenige. Außerdem wurde mit »Stylo« die erste Single des Albums vorgestellt.

    Eingespielt wurde der Song in London und New York, einen voluminös-röhrenden Gesangspart übernahm der legendäre R&B- und Soul-Sänger Bobby Womack, dazu hört man Damon Albarns markante Stimme sowie von Effekten stark überlagerte Rap-Einlagen von Mos Def. Auch der Beitrag von Lou Reed – »Some Kind of Nature« – wurde in New York aufgezeichnet. Ansonsten entstand das neue Album größtenteils in Albarns Studio in London, abgesehen von einem kurzen Ausflug in die syrische Hauptstadt Damaskus, dort wurde der Song »White Flag« mit dem Nationalorchester für arabische Musik eingespielt, bevor es die Gorillaz ab Mitternacht in eines der traditionellen Badehäuser, den Hammāms, zum Schwitzen zog.

    Die ersten Töne des Albums (»Orchestral Intro«) enstanden mit dem britischen Orchester Sinfonia ViVA unter Leitung ihres Dirigenten André de Ridder, insgesamt hört man 16 neue Stücke auf »Plastic Beach«, dabei ist dies längst nicht alles an Material: Rund 60 Stücke umfasste Albarns ursprüngliche Shortlist, gerade einmal vier Songs entstanden ohne Gastbeiträge. Im Vorfeld machte die Londoner Band The Horrors von sich reden, als sie in einem Guardian-Interview etwas verfrüht die Zusammenarbeit an der Gorillaz-Platte ausplauderte, auf der Tracklist von »Plastic Beach« findet sich ihr Song nun hingegen nicht mehr – vielleicht wird dieser wie andere Stücke aber noch als Single-B-Seite veröffentlicht. Weitere neue Gastsänger wurden im Zuge der Tracklist-Veröffentlichung ebenfalls bekannt gegeben: The-Fall-Chef Mark E. Smith, Grimepop-Rapper Kano, Ober-Hustler Snoop Dogg, Super-Furry-Animals- und Neon-Neon-Sänger Gruff Rhys, die The-Clash-Musiker Mick Jones und Paul Simonon, das aus Chicago agierende Orchester Hynotic Brass Ensemble, die vom »Gorillaz«-Album bewährten De La Soul und die schwedische Band Little Dragon wurden seit unserer letzten Wasserstandsmeldung nun bestätigt. Keine Rede ist hingegen mehr von Alan Moore, Tony Allen und Flea (Red Hot Chilli Peppers).

    In den nächsten Tagen werden die Gorillaz regelmäßig neue Stücke bzw. Ausschnitte der Songs auf ihrer Webseite zum Stream vorhalten, außerdem zählt ein Countdown auf die Nacht vom 20. auf den 21. Februar hin – was dann auf gorillaz.com geschieht, bleibt derzeit unklar: Die vorgezogene Veröffentlichung oder ein Live-Konzert via Internet? Raum für Spekulationen gibt es angesichts des Gorillaz-Konzepts der synthetisch-digitalen Band ja zu Genüge.

 




STREAM: Gorillaz – Stylo feat. Bobby Womack & Mos Def

Gorillaz – Plastic Beach:
01. Orchestral Intro feat. Sinfonia ViVA
02. Welcome to the World of the Plastic Beach feat. Snoop Dogg & Hypnotic Brass Ensemble
03. White Flag feat. Kano, Bashy & the National Orchestra for Arabic Music
04. Rhinestone Eyes
05. Stylo feat. Bobby Womack & Mos Def
06. Superfast Jellyfish feat. Gruff Rhys & De La Soul
07. Empire Ants feat. Little Dragon
08. Glitter Freeze feat. Mark E Smith
09. Some Kind Of Nature feat. Lou Reed
10. On Melancholy Hill
11. Broken
12. Sweepstakes feat. Mos Def & Hypnotic Brass Ensemble
13. Plastic Beach feat. Mick Jones & Paul Simonon
14. To Binge feat. Little Dragon
15. Cloud of Unknowing feat. Bobby Womack and Sinfonia ViVA
16. Pirate Jet

Foto: ccReindertot / Flickr

2 KOMMENTARE

  1. […] Mit den beiden The Poet-Alben 1981 und 1984 und Liedern wie »Just My Imagination« leitete Bobby Womack dann seine kommerzielle wie kreative Wiedergeburt als Soul-Sänger ein. Erneut waren ihm anschließend Drogenprobleme im Weg. Doch bis 2000 nahm er weiterhin LPs auf. Eine zehnjährige Abwesenheit folgte, die erst Damon Albarn durchbrechen konnte: Der Gorillaz-Kopf gewann Womack für einen Gastauftritt im Song »Stylo«. […]

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