Gonzales & Jamie Lidell – Neue Alben im Frühjahr '08, Videos

GonzalesDie Brüder im Geiste. Vor knapp zwei Jahren tourten Jamie Lidell und Gonzales (bürgerlich: Jason Beck, siehe Foto) noch mit Mocky und Snax als ›Jamie Lidell Big Band‹ durch Europa und brachten dabei die Bühnenbretter zum biegen. Entertainment auf höchstem Niveau beherrschen beide aber auch im Privaten bzw. solo. Lidell wurde zu Recht für sein Album »Multiply« (2005) bis in die Brigitte abgefeiert, gerade Live spielte er im Goldpaillettenbesetzten Bademantel aber alle Karten aus. Auch Gonzales hat die Show drauf: die DVD »From Major To Minor« spiegelte die Kongenialität des heute in Paris lebenden Kanadiers wieder. Im Frühjahr diesen Jahres kann man sich erneut von ihren Pop-Entwürfen überzeugen: beide bringen im April neue Alben heraus.
Als durchweg gute Popmusik muss man das fünfte Gonzales-Album bezeichnen. Stücke wie die Single »Working Together« oder das von »More Cowbell« getragene »Unrequited Love« preschen dynamisch drauflos. Dabei geht Gonzales aber auch mal recht schmerzfrei Richtung Cheezyness. Nicht nur der Albumtitel »Soft Power« suggeriert das (samt Strandpanorama-Cover-Artwork, auf dem nur noch das vorbeireitende Einhorn samt in weißes Tüll gehüllte Reiterin fehlen): ganz konkret kann man Songs wie »Slow Down« oder »Let’s Ride« als Rehabilitierung von Disco Music im zeitgemäßen Kontext interpretieren. Nicht nur Piano und Stimme, gerade die ausladenden Streicher, Bassgitarre, Schlagzeug, Saxofon und Cowbells unterstreichen Gonzales‘ Experimetierfreude. In »C Major« gibt er sich choral verstärkt und summend – in C-Dur versteht sich. »Map Of The World« fährt Field Recordings in Form von Regenschauern und Gewitterwolken auf, »Singing Something« schließt das Album mit einem ironischen Kommentar: »Singing something / now I’m quite perplexed / by which note should come next / yes I’m self-conscious / I should be singing something / (…) Cause I like the echo in this room«

Noch interessanter hingegen ist eine Antwort, die The Gonz vor kurzem im Interview mit dem US-Blog Trash Menagerie gab: »I am also putting the finishing touches on a 13-person remix for a disco track of my album.« Demnach sollen nahezu alle seiner bisherigen Kollaborateure an dem Track beteiligt sein – »Soft Power« allerdings spielte er im Alleingang ein, ganz ohne Freunde.

Lidell wiederum suchte für »Jim« zwar nach Freunden, vornehmlich aber nach neuen Freunden aka Studiomusikern: »I’m sorta looking for a band. A shit hot band, drunkards and the like. If you know anyone that plays with spoons let me know.«, sagte der Wahlberliner Ende November im Fader-Interview (mehr …). Lidell gab Anfang Januar auch gleich einen Einblick in die Aufnahmearbeiten von »Jim«, die Studio-Session von »Little Bit Of Feel Good« stellten Warp Records auf Youtube ein. Für den Clip portraitiert hat Lidell und Band übrigens Regisseur Keith Megna, der bisher Beck’s »Nausea«-Video produziert hat.

»Soft Power« von Gonzales erscheint am 04. April (Universal Music), »Jim« von Jamie Lidell am 25. April (Warp Records).


VIDEO: Gonzales – Working Together

Gonzales – Soft Power:
01. Working Together
02. Slow Down
03. Theme From In-Between
04. Unrequited Love
05. Map Of The World
06. Modalisa
07. Apology
08. Let’s Ride
09. C Major
10. Singing Something


VIDEO: Jamie Lidell – Little Bit Of Feel Good

Jamie Lidell – Jim:
01. Another Day
02. Wait For Me
03. Out Of My System
04. All I Wanna Do
05. Little Bit Of Feel Good
06. Figured Me Out
07. Hurricane
08. Green Light
09. Where D’You Go?
10. Rope Of Sand

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