Gold Panda »Good Luck And Do Your Best« / Review

Good Luck And Do Your Best ist das bisher beste Album von Gold Panda, der darauf auch schon mal an die Old-School-HipHop-Beats seiner Frühphase anknüpft.

Einmal hat sich Derwin Schlecker ein Sample von seinem Onkel ausgeliehen. Sonst hat er nie viel geplant in seiner Karriere. Der gebürtige Londoner richtete sich im beschaulichen Chelmsford ein, fütterte seine Festplatte mit immer neuen Samples, drückte die Buttons seiner Akai MPC und entwarf unter dem Alias Gold Panda Musik zwischen HipHop und Electronica. Auf Myspace oder über Blogs veröffentlichte er seine Tracks. Tagsüber verdiente Schlecker sein Geld in einem Sexshop. Dessen Besitzer war der erste Arbeitgeber, der ihn nicht feuerte. Also blieb er.

Schlecker hätte sein Leben wohl niemals grundlegend umgestellt, hätte nicht das Label Wichita angeklopft und nach einem Remix des Bloc-Party-Songs »Letter To My Son« gefragt. Kaum war der erschienen, flatterten weitere Aufträge rein. 2010 erschien schließlich das erste Gold-Panda-Album Lucky Shiner. Nur noch die Machart der Beats darauf erinnerte an HipHop. Stattdessen griff Schlecker Electronica im Sinne von Boards Of Canada auf und tauchte tief ein in seine Bibliothek voller Field Recordings.

Ohne Beats in der Tradition von J Dilla und Kenny Dope wäre Gold Panda genauso nett wie Nicolas Jaar.

Mit Good Luck And Do Your Best veröffentlicht Gold Panda nun sein drittes Album. Es ist sein bisher bestes. Noch immer knistern und rauschen die Stücke, stecken voller Geräusche und found sounds, die Schlecker von einer Chinareise mitbrachte. Dazu erklingen Instrumentals, die an den old-schooligen HipHop seiner Frühphase anschließen und diverse Facetten des UK-Breakbeat-Kontinuums aufgreifen. Das Spektrum reicht von der musikalischen Landpartie »I Am Real Punk« bis zur Quasi-Rave-Anthem »Time Eater«. Den Zuckerguss gießt am Ende eine Herb-Alpert-Trompete aus. Dennoch sind es Beats in der Tradition von J Dilla und Kenny Dope, mit denen Schlecker der Freundlichkeit und Versonnenheit seiner Stücke den wichtigsten Kontrapunkt entgegensetzt. Ohne sie wäre er lediglich genauso nett wie Nicolas Jaar.

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