Gimme Grimme 2004

Letztes Jahr war sie und ihre Redaktion "nur" angefragt, 2001 immerhin schon mal nominiert, 2004 nun geht der Adolf Grimme Preis in der Kategorie "Spezial" endlich und wirklich, wie heute bekannt wurde, an Charlotte Grace Roche. Und zwar für die von uns allen geliebte Sendung Fas …
Letztes Jahr war sie und ihre Redaktion "nur" angefragt, 2001 immerhin schon mal nominiert, 2004 nun geht der Adolf Grimme Preis in der Kategorie "Spezial" endlich und wirklich, wie heute bekannt wurde, an Charlotte Grace Roche. Und zwar für die von uns allen geliebte Sendung Fast Forward (Viva), welche wir an dieser Stelle sicher nicht groß erklären müssen. Also springen wir direkt zur Begründung der Jury. "So jung ist der Pop gar nicht. Und so frech, subversiv und ironisch erst recht nicht. So jung wie die Moderatorin ist die populäre Kultur nicht, die in ihrer primären, musikalischen Gestalt bei "Fast Forward" über den Sender geht. Es ist viel geklaut, kopiert, ererbt in jedem Videoclip, und das kann auch nicht anders sein. Die Durchbrechung der Hörgewohnheiten im Dreiminutentakt wäre im Kopf nicht auszuhalten. Trotzdem muß die Zeremonienmeisterin eines Popmusikdurchlaufs allen Wiederholungen etwas Neues abgewinnen. Und wie gelingt Charlotte Roche das? Sie fügt es aus eigenem Munde hinzu. Hätten im Mittelalter die Nonnen die Kirchenväter kommentieren dürfen, wäre dabei vielleicht etwas herausgekommen wie die glossa continua der laufenden Musikbilder, zu der Charlotte Roches Ansagen sich summieren. Ungetüme des Wortwitzes purzeln ihr bisweilen von der Zunge, phantastische Sprachkreaturen, die an die Drachen denken lassen, zu denen sich unter der Hand der mönchischen Abschreiber die Großbuchstaben der heiligen Schriften auswuchsen. Und doch ist an Charlotte Roches Randbemerkungen zuerst die Textnähe zu loben. (…) Mit ihrer kindlichen Freude an der Wiedervorlage der uralten Popwelträtsel spricht sie Zuschauern aus der Seele, die wissen, daß ihnen in der Heilsökonomie die Rolle des Schäfchens, die Funktion des Konsumenten, zugemessen ist, und die gleichwohl nicht für dumm verkauft werden wollen. Bei dieser ihrer listigen Naivität handelt es sich nun nicht um eine Pose selbstherrlicher Distanz, wie sie in jüngst vergangener Zeit in der Ästhetik jenseits der Musik als Leitbild der Popkultur gepflegt wurde. Charlotte Roche betet nichts nach. (…)" Herzlichen Glückwunsch Charlotte und herzlichen Glückwunsch auch an deine Redaktion, die wir hier auf gar keinen Fall vergessen werden. Toll. Wir hoffen, dass ihr gerade nackt und maximal mit etwas Schampus bekleidet auf den Tischen tanzt. Liebe Grüße von deiner ollen SPEX. Die Preisverleihung findet am 03. April statt. Ein weiterer Spezial-Preis ging übrigens an "Bernd das Brot".

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