Geisterfaust

Es gibt Tage, da kommen Newsletter von Plattenfirmen in den elektronischen Briefkasten geflattert, über die man sich weder ärgert, noch Stoßgebete gehn Himmel schickt um zu Fragen, wer den ganzen Kram da draußen eigentlich hören soll. Und wann überhaupt. Weil es zu viel gibt – zu viel der guten und …
Es gibt Tage, da kommen Newsletter von Plattenfirmen in den elektronischen Briefkasten geflattert, über die man sich weder ärgert, noch Stoßgebete gehn Himmel schickt um zu Fragen, wer den ganzen Kram da draußen eigentlich hören soll. Und wann überhaupt. Weil es zu viel gibt – zu viel der guten und erst recht der gut gemeinten Platten. Nur ganz wenige Bands und Alben aber sind wirklich anders. Auch auf die Gefahr hin, dass Bohren & Der Club Of Gore ihren höchst eigenwilligen Stil irgendwann nur noch selbst zitieren werden/können/werden können, sorgte die Ankündigung ihres neuen Albums für Freunde UND ein Schmunzeln in den Gesichtern des Raums "1.Stock rechts" im SPEX-Headquarter.

Was an den wunderbaren Sätzen der Einleitung des Newsletter liegen könnte: "Die langsamste Band der Welt macht ihren Namen wieder aller Ehre und geht konsequent, ohne Rücksicht auf Verluste, ihren Weg eisern weiter: Noch langsamer! Noch reduzierter! Ein Meisterwerk! Frei nach dem Motto: Genieße die Einsamkeit!" Genieße die Einsamkeit. Herrlich. Noch besser: Das neue Album trägt den Titel "Geisterfaust" (auch wenn das Cover, siehe Abbildung, so gar nicht danach aussieht) und "trägt den letzten Rest von Pop-Idiomen, der sich in Bohrens Musik versteckt hielt, endgültig zu Grabe. Reduktion ist das Stichwort: Wo eben noch ein Beat in slow motion vor sich hin schlich, liegt der Rhythmus jetzt gevierteilt am Boden. Die Harmonien fallen wie überreife Früchte aus den Instrumenten. Zarte Tuttis und lange Ausklänge bestimmen über weite Strecken das Geschehen. Was übrig bleibt, strahlt umso stärker.". Eigentlich kann man jetzt schon, ungehört, nicht mehr wirklich viel sagen, so mächtig, so erdrückend diese eigentlich nur ein Album anpriesen wollenden Worte. Doch es geht noch besser. Die Songtitel hören auf die Namen: 1. "Zeigefinger", 2. "Daumen", 3. "Ringfinger", 4. "Mittelfinger", 5. "Kleiner Finger".

Entweder es handelt sich also um eine arg seltsame Hand, eben eine "Geisterhand", oder "die Künstler" sind eben Künstler, also anders. Und so auch die Hand. Ab dem 02. Mai wissen wir alle mehr, wenn die Platte in die Läden kommt. Eine Tour steht dann für Ende April bis Mitte Mai ins Haus. Die Daten: 25.04. Trier – Excellenzhaus /// 03.05. Stuttgart – Manufaktur /// 04.05. CH Düdingen – Cafe Bad Bonn /// 05.05. CH Zürich – ABART /// 06 Mai Muenchen – Zerwirk /// 07.05. A Wien -Kuppelsaal /// 08.05.Chemnitz – Voxxx /// 09.05. Köln – Gebäude 9 /// 10.05. Essen – KKC /// 11.05. Hamburg – KDW /// 12.05. Berlin – Volksbühne*

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