Fujiya & Miyagi Transparent Things

Man könnte glauben, Herbert Grönemeyer hätte sein Label Grönland Records in London aus der Taufe gehoben, um wenigstens im Surrogat-Zustand mit deutschen Helden der Siebziger eins zu werden. Statt Kraftwerk legte er Neu! wieder auf, nun kommen Can in Gestalt der drei Brightoner Fujiya & Miyagi dazu, deren Erstling »Electro Karaoke In The Negative Style« schon 2002 »You Doo Right« als variablen Rhythmusteppich einsponn. Die »Transparent Things« sind nun angenehme Elektropop-Loungereien im leichten Uptempo-Bereich. Zu »Conductor 71« möchte man permanent »Neonlicht« singen. Glatt, aber nicht glitschig auch das Selbstportrait »Fujiya Miyagi«, das den eigenen Bandnamen wie ein Mantra in die Endlosschleife schickt. Ein bisschen Prince-Funk wie in »Sucker Punch« ruft endgültig die Parole aus: »Das Heißeste von gestern trifft die Coolness von heute.«
Auf der Homepage läuft ein Video zu »Photocopier«: Ein Mann tanzt im Wohnzimmer. Wird er am Ende auf die Couch schießen? Wird der Ventilator von der Decke fallen? Nix da. Das Lied ist vorbei. Genauso verstreicht das ganze Album. Es läuft auf Höhepunkte zu, die nie eintreten. Wenn man die nicht will, ist der Weg zur Repeat-Taste geradezu zwingend.

LABEL: Grönland Records

VERTRIEB: Cargo Records

VÖ: 16.03.2007

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