»Fuck ‚em« – dieses Sleaford-Mods-Set ist Poesie

Einmal Knöpfchendrücken und der Blechbüchsen-Beat wütet von allein. Trotzdem entwickelt der Sound der Sleaford Mods live eine quasi-dichterische Dynamik, die nicht nur Sprechsänger Jason Williamson Blut schwitzen lässt. 

Ihr Zorn bleibt exkrementell. Und ihre Pissigkeit poetisch. »So lange es Gründe gibt für Klassenkampf und Hass, so lange halten die Sleaford Mods am ausgestreckten Mittelfinger fest«, schreibt Klaus Walter in seiner Besprechung des dritten Albums Key Markets. Das Faible für Fäkales bleibt weiterhin Markenzeichen des Sleafordismus – live sausen die explizit politischen Pupse gefühlt noch druckvoller aus Williamson heraus. Die Sleaford Mods kehren ihr Inneres nach außen. Und die Wahrheit stinkt.

Warum es beinah lyrisch klingt, wenn Jason Williamson die »fokkin‘ pisstakers« im Trademark-Midlands-Slang zerhackstückelt? »Auf die romantische Art wiederbeleben die Sleaford Mods den Glauben an den Lad-haft virilen working class hero«, löst Walter den vermeintlichen Widerspruch auf, »der den smart-assig neoliberalen Schnöseln da oben mal so richtig auf die Fresse haut.« Diese Fürze kommen von Herzen.

Key Markets erscheint am 24.07. auf Harbinger Sound / Cargo Records und ist Album der Printausgabe SPEX N° 362, die versandkostenfrei im Onlineshop bestellt werden kann.

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