Foreign Affairs Festival

Phantom Ghost by Cosima von Bonin

Die Berliner Festspiele präsentieren auch in diesem Jahr das Foreign Affairs Festival, welches vom 26. Juni bis 13. Juli stattfinden wird.

Wenn ein Bühnenhaus wie das der Berliner Festspiele zum Festival lädt, liegt es in der Natur der Dinge, dass vor allem das illustre Theaterprogramm im Fokus der Veranstaltung steht. Darüber hinaus allerdings wirkt das Foreign Affairs Festival auch im dritten Jahr als lebhafte Fundgrube für neue Positionen und künstlerische Praktiken in allen Bereichen der darstellenden Künste. Dass dies nicht abseits der Musik geschehen kann, versteht sich von selbst. Somit wurden namhafte Musiker und Künstler eingeladen teils gemeinsam Projekte für die Bühne zu entwickeln, die jenen Raum für eine diskursive Beschäftigung mit Pop nutzen sollen, kurz: Performing Pop sowie Empowerment.

Der R'n'B-Avantgardist Tom Krell alias How To Dress Well zum Beispiel wird sein neues Album What Is This Heart? eigens für Foreign Affairs in ein neues, orchestrales Gewand kleiden, und entwickelte zusammen mit dem Performance-Künstler Brendan Fernandes hierfür eine entsprechende Übersetzung in Tanz. Auch die zeitreisenden Dandys von Phantom Ghost (Dirk von Lowtzow und Thies Mynther) werden ihren Auftritt von der Künstlerin Cosima von Bonin performativ mitgestalten lassen, die das Duo in unübliches Dekor aus Plüsch-Meerestieren steckt. Intellektuell abgerundet wird dies durch einen Vortrag von Dramaturg Eike Wittrock über Feder- und Meeresgetier im Tanztheater.

Die glorreiche Baby Dee, ihres Zeichens Harfenistin, Zirkus-Veteranin, Transgender-Legende und vormals Antony & the Johnsons-Mitglied, wird ihre zwischen Chamber Pop und Freak Folk oszillierenden Songs ebenfalls im Haus der Berliner Festspiele zur Darbietung bringen. Ganz so wie der Produzent Steven Warwick und sein Musikprojekt Heatsick mit dem halsbrecherischen Versuch ein »kybernetisches Gedicht« mittels der House-Musik vorzutragen oder die argentinische Folktronica-Sängerin, ehemalige Schauspielerin und Komikerin Juana Molina. Künstler Scott King will sogar gleich sein eigenes »Festival of Stuff« mitten im Festival veranstalten.

Ein zum Bersten gefülltes Programm also, das man sich in Gänze hier anschauen kann.