Flasher „Constant Image“ / Review

In Kompromisslosigkeit gebadeter Postpunk, schwingende Melodien und der entzückende Gesang vom ehemaligen Priests-Bassist Taylor Mulitz.

Na also, die Sache mit der Leichtigkeit ist doch gar nicht so schwierig. Das beweisen zumindest Flasher auf ihrem Debüt. Das Trio aus Washington, DC veröffentlichte bereits 2016 seine erste EP Flasher, nun folgt die Langstrecke. Constant Image ist mit seiner Laufzeit von knapp unter 30 Minuten aber eher so was wie ein frühmorgendlicher Erweckungslauf durch den menschenleeren Stadtpark.

Was es dabei zu hören gibt? In Kompromisslosigkeit gebadeten Postpunk, schwingende Melodien und der entzückende Gesang vom ehemaligen Priests-Bassist Taylor Mulitz. So einfach kann es manchmal sein. Von Anfang an geben Flasher zu verstehen, in welche Richtung es gehen soll. Keine Umwege, keine Erholungsphasen. Immer nach vorne, klar?

Die Schwermut wird kurzerhand in den Straßengraben geworfen.

Die zweite Single „Pressure“ ist eine herrlich erfrischende Nummer, die von ihrem schnörkellosen Gitarrenriff getrieben wird. „Who’s Got Time?“ blüht in der Mitte des Albums erhaben sommerlich auf. Schlagzeugerin Emma Barker trommelt dabei vital vor sich hin, und man würde am liebsten gleich auf die nächste Interstate abbiegen und den Wind durch das klapperige Auto mit Löchern in den Sitzen ziehen lassen. An diesem infektiösen Sound dürfte Produzent Nicolas Vernhes (Animal Collective, Deerhunter) nicht ganz unschuldig sein. Der gelungene Abschluss der zehn Stücke ist „Business Unusual“. Eingewickelt in ein Kleid aus Shoegaze-Erinnerungen steht an dessen Ende die Frage: „What’s the worst thing you’ve ever done?“

Im Falle von Flasher sicherlich nicht Constant Image. Die Platte überzeugt vor allem durch ihre Bündigkeit: Als Debüt, das sich traut, kompakt, schlicht und trotzdem vielseitig zu sein. Die Schwermut wird kurzerhand in den Straßengraben geworfen, die Freiheit zelebriert und die Rohheit der Songs an den richtigen Stellen mit der richtigen Pop-Attitüde durchbrochen. Damit leben? Ja, bitte.

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