Filme von morgen – Filmtipps aus der SPEX-Redaktion

Bild: Still aus A Beautiful Day (2018)

Jetzt, wo der Frühling wieder vorbei ist, gibt’s auch keinen Grund mehr, nicht ins Kino zu gehen. Als hätten sie’s gewusst, haben die in dieser Woche auch einiges zu bieten – die Empfehlungen der SPEX-Redaktion.

A Beautiful Day (2017)

Joaquin Phoenix, bei Her noch beziehungsunfähiger Empath und Deuter fremder Gefühle, bei The Master traumatisierter und gezeichneter Kriegsveteran, tritt in seiner neuesten Rolle in die Fußstapfen beider Charaktere. Als vom Leben gezeichneter Retter derer, die sich in Ohnmacht und in immanenter Gefahr befinden, persönlichkeitszeichnende Traumata zu erleben, zieht der Ex-FBI-Agent als Rächer der Entmündigten in einen persönlichen Krieg.

Ein Krieg gegen die eigenen Geister der Vergangenheit, gegen die mit so roher Gewalt angegangen wird, dass sogar vor der Leinwand Unwohlsein und Beklemmung Einzug in die Gemüter der Zuschauer halten. Die Dualität, die Joaquin Phoenix in einer einzigen Rolle verkörpert, der stetige und zermürbende Wechsel von fast väterlicher Sanftheit zu von urmenschlicher Kraft und Härte bestimmter purer Gewalt, gehen an die Substanz und machen die schauspielerische Leistung Phoenix‘ zu einer großen.

Leider ist der Film keine Komödie, sonst hätte an dieser Stelle mit Sicherheit das finale Urteil „Hammer“ samt Empfehlung gestanden. Vielleicht ein andermal.

 

_________

Eldorado (2018)

In Züge gepferchte Massen, in Reih und Glied aufgestellte und beschilderte Menschen, die auf überfüllten Boten aus dem eigenen Leben und in das Paradies fliehen möchten, in welchem wohlhabende Menschen in Angst davor, ihr eigenes Privileg zu verlieren, Anteilnahmslosigkeit an die Stelle menschlicher Empathie treten lassen. Bei Eldorado handelt es sich keineswegs um den nächsten mittelmäßigen Dystopie-Streifen, sondern um eine Dokumentation des schweizerischen Regisseurs Markus Imhoof.

Der bloßen Realität verschrieben präsentiert Imhoof mit eigenen Erfahrungen angereicherte Wahrheiten. Dass ein großer Teil der genutzten Bilder an Schockwirkung in Folge medialer Omnipräsenz bereits erheblich eingebüßt hat, ist erschreckend und entlarvend zugleich. Die allgemeine Akzeptanz dieser Umstände anprangernd, erzählt Imhoof nicht nur die Geschichte heutiger Flüchtlinge, sondern auch die derer, die während und nach dem zweiten Weltkrieg in die Schweiz flüchteten. Am Beispiel Giovannas, eines Flüchtlingskindes, das Imhoofs Familie zu der Zeit gesund pflegte, eröffnet Imhoof so der Diskussion, die häufig nur über gescheiterte und unmenschliche Systeme geführt wird, eine neue Ebene. Die des Menschen, des Individuums und des persönlichen Schicksals.

 

_________

Avengers 3: Infinity War (2018)

Super. Helden. Ganz, ganz viele Superhelden. Spider Man (Tom Holland), Iron Man (Robert Downey Jr.), Dr. Strange (Benedict Cumberbatch), Thor (Chris Hemsworth), Black Widow (Scarlett Johansson), Loki (Tom Hiddleston), Star Lord (Chris Pratt), Captain America (Chris Evans), Black Panther (Chadwick Boseman), Gamora (Zoe Saldana), Scarlet Witch (Elizabeth Olsen), Ant-Man (Paul Rudd), Groot (von Vin Diesel gesprochener Baum), Vision (Paul Bettany), Rocket (von Bradley Cooper gesprochener Waschbär), Hulk (Mark Ruffalo) und viele mehr kämpfen gegen Thanos (Josh Brolin).

Wer mit den witzelnden Superhelden aus dem Hause Marvel bis jetzt nichts anfangen konnte, wird auch in Avengers 3 den Glauben an Tiefe in Blockbuster-Produktionen nicht zurückgewinnen. Der eigentliche Grund dafür, dass der Film in dieser Liste auftaucht, sind aber die visuellen Effekte, die auch nach Genremeilenstein Black Panther noch hammer sind. Und Thor hat einen Hammer. Damit wäre der Kreis geschlossen.

Ausführliche Rezensionen zu A Beautiful Day und weiteren Filmen sind in unserer Printausgabe Spex No. 380 zu finden, die versandkostenfrei im Shop und im Handel erhältlich ist.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here