Filme von morgen – Filmtipps aus der SPEX-Redaktion

Bild: Still aus No Way Out (2017)

Sie haben sich für den neuen Monat vorgenommen, besser zu planen? Dann planen Sie heute schon Ihren Kinobesuch am Donnerstag. Wir helfen bei der Entscheidungsfindung und empfehlen neue Filme für (fast) jeden Geschmack.

No Way Out – Gegen die Flammen (USA 2017)

Letzte Woche noch als Thanos unterwegs, legt Josh Brolin für No Way Out die pinkfarbene CGI-Animation ab und präsentiert sich den kritischen Augen der Zuschauer wie Gott ihn schuf, samt Goatee. Dabei verkörpert er keinen Superbösewicht, sondern einen Alltagshelden. Als Feuerwehrmann Eric Marsh führt er in No Way Out die Hot-Shot-Gruppe der Granite Mountains an.

Basierend auf wahren Ereignissen stellt sich No Way Out so in eine Reihe mit Deepwater Horizon (2016) und Everest (2015), die in den letzten Jahren die Kinos füllten. Das Augenmerk liegt hier aber besonders auf den jungen Feurwehrmännern, allen voran Brendan McDonough (Miles Teller). Ein Beruf, bei dem tagtäglich das eigene Leben auf dem Spiel steht, drängt in ein Leben, das auch ohne diese Gefahr schon vor zukunftsbestimmende Herausforderungen gestellt wird. Ein interessanter Gegensatz, der die Ereignisse nicht weniger erschütternd macht, einer reinen Schlagzeile aber eine  persönliche Ebene verpasst.

 

_________

Gutland (Deutschland, Luxemburg, Belgien 2017)

Was der Trailer uns verrät: Kino-Dauergast Frederick Lau hat lange Haare. Frederick Lau zieht in ein Dorf. Frederick Lau hat Sex mit der Tochter des Bürgermeisters (Vicky Krieps). Frederick Lau redet tief und guckt besorgt. Frederick Lau macht sich wirklich Sorgen (berechtigt?!).

Was wir verraten können: Frederick Lau heißt in diesem Film Jens und flieht nach einem bewaffneten Überfall nach Luxemburg, um im beschaulichen Schandelsmillen unterzutauchen. Wer Dörfer kennt weiß, dass deren Beschaulichkeit oft nur oberflächlich besteht und nur solange anhält, bis man selbst dazu gehört. Jens gehört nach einer Weile dazu, fängt an mit Drogen zu handeln und steigt ins Fußballgeschäft ein. Ach nee, das war ja 4 Blocks, oder Spielmacher? Der Mann ist echt überall.

Den Trailer beiseite portraitiert Gutland die Flucht vor der Einkerkerung in ein surreales, offenes Gefängnis auf dem luxemburgischen Land. Unerwartet mysteriös und fremd wirkt die gesamte Szenerie. Auch, weil fast der gesamte Cast Luxemburgisch spricht und der Zuschauer sich, ähnlich wie Jens, fremd und ungewollt fühlt. Genre: Deutschsprachige Dorfdystopie.

 

_________

Das Unmögliche Bild (Österreich, Deutschland 2016)

Zum Großteil in 8mm gefilmt, Klamotten aus den Fünfzigern. Was nach einem neuen Werbespot für eine hippe Modekette klingt, entpuppt sich als idyllisches Familiendrama im Österreich Mitte des letzten Jahrhunderts.

Johanna (Jana McKinnon) erbt die Kamera ihres verstorbenen Vaters und filmt fortan große Teile des familiären Geschehens. Erfahrungen, Visionen, Momente, die jeden in der Familie auf ihre eigene Weise prägen, wechseln sich dabei mit Szenen ab, die kaum normaler erscheinen könnten. Das Unmögliche Bild ist eine surreale Dokumentation einer realen Familie, ein Versuch, die Wahrnehmung einer Heranwachsenden in der Nachkriegszeit im Film zu stilisieren. Unewohnte Nähe und gleichzeitige Distanz machen den Film zu einer Herausforderung für den Zuschauer und für seine Gedanken, die sich immer wieder in der Intimität und Echtheit der Aufnahmen verirren – von familiärer Wärme verführt, von Paranoia geplagt.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.