Filme von morgen – Filmtipps aus der SPEX-Redaktion

Bild: Still aus A Star Is Born

Lady Gaga als Newcomerin, Gerhard Richter mit anderem Namen und eine verzerrte Version des american dream: SPEX empfiehlt Ihnen drei Neuerscheinungen für den wöchentlichen Kinogang.

A Star Is Born (USA 2018)

Die Geschichte vom abstürzenden Countryhelden (Bradley Cooper) und dem angehenden Star (Lady Gaga), in der sich zwei Menschen, die auf entgegengesetztem Weg sind, nur kurz auf Augenhöhe befinden und trotzdem aneinander festhalten – A Star Is Born wirkt auf den ersten Blick wie genau der Kitsch, in dem man Lady Gaga nicht sehen möchte. Auf den zweiten vielleicht auch. Beim dritten Hinsehen merkt man dann aber doch irgendwie, dass Bradley Cooper in Eigenregie einen Klassiker neu aufgelegt hat, ohne der Verlockung zu verfallen, kitschiges Abendprogramm mit radiotauglichem Score auf die Leinwand zu bringen. Zwar zieht sich der Film besonders gegen Ende; und natürlich stellt Lady Gagas gesangliche Performance und Präsenz Cooper im Laufe des Films in den Schatten, aber irgendwie wirken diese Makel in der Umsetzung doch eher wie dramaturgische Motive in einem Film, der sonst zu schablonenhaft gewesen wäre.

 

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Werk ohne Autor (Deutschland, 2018)

Kurt Barnert (Tom Schilling) lebt mit den Traumata aus den SED- und Naziregimen und seiner eigenen Kindheit. Unverarbeitetes lässt er als Student in seine Kunst fließen und lernt so langsam zu begreifen, was er erlebt und verdrängt hat. Ellie (Paula Beer) wird zur Muse und untrennbar mit seiner Kunst verwoben, während ihr Vater Professor Seeband (Sebastian Koch) sich mit der Beziehung nur schwerlich abfinden kann. Die Geschichte wurde von Florian Henckel von Donnersmarck geschrieben und orientiert sich an der Lebensgeschichte von Gerhard Richter.

 

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Lemonade (Rumänien, Deutschland, Kanada, Schweden 2018)

Der amerikanische Traum lebt – so vor sich dahin. Mara (Malina Manovici) lernt in den USA Daniel (Dylan Scott Smith) kennen, heiratet ihn und darf fortan mit einer Green Card in den USA leben. Trotz Machtmissbrauch, Rassismus und Frauenfeindlichkeit hält Mara am Bild des amerikanischen Traumes fest, verteidigt ihre eigene Überzeugung davon, ihr Glück gefunden zu haben oder auf dem besten Weg dahin zu sein. Manche Filme erzählen die Geschichte eines mit Stolpersteinen behafteten Erfolgswegs als stereotype Geschichte vom Tellerwäscher. Lemonade nicht. Der Film bleibt nüchtern, im gedämpften Bild wenig grell und euphorisch, sondern realistisch. Wenn es den amerikanischen Traum noch gibt, erzählt Lemonade eine sehr wahrscheinliche Version von ihm.

 

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