Filme von morgen – Filmtipps aus der SPEX-Redaktion

Es ist wieder so weit! Wie jede Woche begrüßen wir am Mittwoch die Filme, die am Donnerstag in den Kinos anlaufen. Die SPEX-Redaktion empfiehlt diesmal: Wackersdorf, Das Dorf Der Vergesslichen und Searching.

Searching (USA, 2018)

Fernbeziehungen, Scheidungskinder, Microsoft: Sie alle profitieren von Skype. Und auch wenn dem vormaligen Hegemon der Videotelefonie langsam der Schneid abgekauft wird – es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis man selbst mit der Kalender-App Videotelefonate absetzen kann – steht sein Name immer noch synonym für alle ähnlichen Programme.

In Searching geht es um den Familienvater David (John Cho), der regelmäßig mit seiner Tochter skypt, facetimt, eben Videotelefonate führt. Die Studentin scheint das gewöhnliche Leben einer jungen US-Amerikanerin zu führen. Als Margot (Michelle La) allerdings verschwindet und auch online nicht mehr zu erreichen ist, beginnt ihr Vater, Freund_innen, Bekannte und Kommiliton_innen seiner Tochter zu befragen. Dabei wird ihm bewusst, dass ihr Leben ganz anders war, als sie es ihm vorgab. Aneesh Chaganty lässt das Publikum teilweise hinter und teilweise vor den Bildschirm treten und zeigt die Gefühlswelt eines Vaters, der langsam den Glauben an die eigene Realität verliert.

 

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Das Dorf Der Vergesslichen (Deutschland, 2018)

Im thailändischen Dorf der Vergesslichen leben ungefähr ein Dutzend Menschen, die an Alzheimer erkrankt sind. Sie werden dort von örtlichen Pfleger_innen betreut. Ohne über die Erkrankten zu urteilen, erzählt die Dokumentation die Geschichte vom Verständnis ohne Worte, von einer zerbrechenden und verwaschenen Realität, für die der Ort beinahe nebensächlich ist. Einzelne Patient_innen sind überzeugt davon, noch nie in Thailand gewesen zu sein, andere davon, in der Blüte des eigenen Lebens zu stehen. Eine Geschichte über die Akzeptanz des Gegenübers, die Akzeptanz des Verlusts und das Leben ohne Vergangenheit.

 

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Wackersdorf (Deutschland, 2018)

Die Geschichten, die eine demokratische Gesellschaft schreibt, wenn sie von einem scheinbar unbezwingbaren staatlichen Vorhaben entmündigt wird, sind oft einschüchternd. Wackersdorf erzählt von der geplanten Urananreicherungsanlage im oberpfälzischen Wackersdorf, die 1985 errichtet werden sollte, um dem Dorf einen wirtschaftlichen Aufschwung zu verschaffen. Im gleichen Jahr wurde in Gronau in Westfalen eine ähnliche Anlage eröffnet, unter anderem um die schwindenden Gewinne der Textilindustrie auszugleichen. In Wackersdorf formierte sich eine bürgerliche Opposition, der letztendlich sogar der Landrat Hans Schuierer (Johannes Zeiler) beitritt.

Oliver Haffner inszeniert einen Film, der die Kraft des Protestes und die Willkür des Staates gegenüberstellt. Ein hoffnungsvoller und erschreckender Film, der dazu aufruft, aus Eigeninitiative andere Meinungen zu verstehen und die eigenen zu vertreten und anzureichern. Uran hingegen lieber nicht.

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