Filme von morgen – Filmtipps aus der SPEX-Redaktion

Bild: Still aus Cobain

Der Herbst steht bevor und Sie ratlos vorm Lichtspielhaus? Das Wetter wird zwar schlechter, aber immer besser fürs Kino. Und was die Ratlosigkeit angeht, helfen wir gern aus. Die SPEX-Redaktion empfiehlt drei Neuerscheinungen.

Cobain (Niederlande, Belgien, Deutschland 2018)

Der Name wäre schon Belastung genug. Cobain (Bras Keizer) wurde nach dem Jugendheld seiner Mutter (Naomi Velissariou) benannt und wächst in einem schwierigen Haushalt auf. Als seine Mutter schwanger wird und sich zunehmend selbstzerstörerisch verhält, versucht der erst 15-jährige Cobain einzuschreiten. Der stetige Kampf dagegen, in ein Leben auf der Straße abzurutschen, vermischt sich dann mit der Geschichte eines Sohnes, der einfach nur seine Mutter retten möchte.

Nanouk Leopold inszeniert eine Coming-of-Age-Geschichte, die, entgegen des Genre-Stereotyps, auf allzu viele Muster verzichtet und stattdessen überrascht. Bras Keizer spielt den verantwortungsbewussten Cobain authentisch und lässt sogar die überdramatisierte Story, in der nicht alles unbedingt glaubwürdig erscheint, eindrücklich wirken. Sehenswert ist der Film daher allein für die Leistung des jungen europäischen Nachwuchsschauspielers.

 

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Styx (Deutschland, Österreich 2018)

„In einer Zeit, in der Seenotrettung kriminalisiert und Nächstenliebe zum Hochverrat erklärt wird, erhält das an sich unpolitische Ethos des Helfens politische Brisanz. In seinem neuen Film bricht Wolfgang Fischer die Situation im atlantischen Ozean auf zwei Figuren – eine deutsche Urlauberin und einen jungen Geflüchteten – herunter und zieht dabei etablierte Hierarchien in Zweifel. Styx fragt: Was würdest du tun?“ – Zitat aus SPEX No. 382, Filmrezension von Drehli Robnik

 

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Seestück (Deutschland 2018)

Die Ostsee leidet unter der zunehmenden Industrialisierung und Kommerzialisierung zuvor ungenutzter Meeresabschnitte. Windmühlen, Überfischung und die allgemeine Umweltverschmutzung bereiten Forschern und Ortsansässigen Sorge. Volker Koepp lässt eben diese zu Wort kommen und dokumentiert das Unverständnis und die Verzweiflung selbst derer, die nicht zwingend in Abhängigkeit vom Meer, aber in einem engen Verhältnis zur Ostsee leben, aufwachsen und arbeiten.

Politische Konflikte, die für einen Großteil der Bevölkerung nur marginal Einfluss auf den Alltag haben, werden in den Küstenregionen zur harschen Realität, verändern besorgniserregend, was über Jahrhunderte unverändert blieb und lassen einen progressiven Wandel unabdingbar erscheinen.

Rezensionen zu Styx und anderen Filmen finden Sie in unserer aktuellen Ausgabe. SPEX No. 382 ist nach wie vor im Handel erhältlich und versandkostenfrei im Shop verfügbar.

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