Filme von morgen – Filmtipps aus der SPEX-Redaktion

Na, erschrocken? Wir haben natürlich bewusst ein Film Still aus dem Trailer zu The Nun als Header gewählt, um ihnen den Schreckmoment zu spoilern. Gelungen? Falls nicht: Trailer gleich noch mal anschauen. Die SPEX-Redaktion empfiehlt drei Neuerscheinungen für den wöchentlichen Kinobesuch.

The Nun (USA 2018)

Nonne im Anmarsch. Na dann gute Nacht! Die sonst eher friedfertigen und freundlichen Kuttenträgerinnen werden im neuen Conjuring-Ableger zu wahnhaften Furchtgestalten. Eine Nonne nimmt sich das Leben, was sogar den Vatikan auf den Plan ruft. Der entsendet zwei Vertreter_innen, die sich das Ganze mal anschauen sollen. Super Idee, denkt sicher keiner, der das hier gerade liest, aber ist halt ein Horrorfilm.

Mit „Geil-ich-renn-jetzt-in-’ne-Kreissäge“-Attitüde geistert also jetzt eine junge Frau (Taissa Farmiga), die in ihrer Kindheit schon in ihren Träumen von einer unheimlichen Nonne (Bonnie Aarons) heimgesucht wurde, durch das Kloster Kerz. Wer denkt sich so was aus? Aber was wären Horrofilme ohne kontraintuitives Handeln? So kann man sich jedenfalls abwechselnd gruseln, aufregen und plot holes mit Popcorn stopfen.

 

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Eho – Echo (Deutschland 2016)

In Deutschland kommt ein unbekannter junger Mann bei einem Autounfall ums Leben. Hanna (Klara Höffels), die den Unfall verursacht hat, plagen Gewissensbisse, sie möchte die Familie des Jungen ausfindig machen. Im Kosovo verzweifelt der 71-jährige Ismet. Er ist krank und von den unterstützenden Zahlungen seines Sohnes abhängig, der nach Deutschland gegangen ist. Einsam und vom Krieg gezeichnet plagt ihn die Sorge um seinen Sohn, den er nicht mehr erreichen kann.

Eho erzählt eine Geschichte aus zwei Perspektiven und leistet damit wichtige Denkarbeit für den Diskurs um den Familiennachzug. Dren Zherka spielt mit dem Wissen, das das Publikum hat und mit dem er beide Protagonisten erlösen könnte. Klar ist: Ein versöhnliches Ende ist kaum möglich.

 

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Mr. Gay Syria (Frankreich, Deutschland, Türkei 2017)

„Ob es Verzweiflung oder Mut ist? Aus der Verzweiflung heraus bin ich mutig geworden.“
In Syrien öffentlich schwul zu sein, ist gefährlich: Homosexualität ist gesetzlich verboten und wird mit hohen Strafen bedacht. Mr. Gay Syria begleitet Husein, der in die Türkei geflüchtet ist und trotz aller Widrigkeiten am Schönheitswettbewerb Mr. Gay World teilnehmen möchte, um sich endlich nicht mehr verstecken zu müssen. Mahmoud ist syrischer Flüchtling in Berlin und Mitbegründer der syrischen LGBTQ-Bewegung. Er sieht den Schönheitswettbewerb als Katalysator für progressiven Wandel in der muslimischen Welt. Auch hier wird die Geschichte aus zwei Perspektiven aufgerollt, aus zwei Ländern, die in ihrer Akzeptanz der LGBTQ-Bewegung und der rechtlichen Voraussetzungen kaum unterschiedlicher sein könnten.

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