Filme von morgen – Filmtipps aus der SPEX-Redaktion

Bild: Still aus Eye on Juliet

Drei Filme, drei Persönlichkeiten. In dieser Woche stehen zwei Menschen im Mittelpunkt, die mit ihrem Schaffen ganze Szenen und Bewegungen geprägt haben – und ein Roboter. Prägen Sie die Szene im Kino nebenan und folgen Sie unseren Empfehlungen für diese Woche!

Eye On Juliet – Im Auge der Drohne (Kanada, Frankreich, Marokko 2017)

Was soll man da sagen. Die junge Ayusha (Linah El Arabi) flieht in die Wüste um einer Zwangsheirat zu entgehen, begegnet dort einem, von Gordon (Joe Cole) gesteuerten, Roboter und lernt den in Detroit sitzenden Tinder-Aficionado besser kennen. Statt also weiterzuswipen versucht Gordon bemüht, die einsame Ayusha kennenzulernen. Man fragt sich während des gesamten Films, wer in dieser Sicherheitsfirma eigentlich für die Verarbeitung des Materials zuständig ist und warum Gordon seinen Job behalten darf.

So skurril die Prämisse auch ist, bleibt eine gewisse Romantik nicht aus. Nicht, weil die Kommunikation über einen Roboter und tausende Kilometer prädestiniert ist für die Inszenierung einer romantischen Geschichte, sondern weil Regisseurin Kim Nguyen die Möglichkeiten, die dieses unwahrscheinliche Szenario mit sich bringt, liebevoll umsetzt – ohne erzwungene Gags und ohne glorifizierende Ernsthaftigkeit.

 

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Love, Cecil (USA 2017)

Once you’ve started for the end of the rainbow, you can’t very well turn back.

Cecil Beaton verehrte die physische Schönheit, die Perfektion in der Natur der Dinge. Ob in der Fotografie, als Autor oder Designer, Beaton ließ sich niemals von anderen einen Stempel aufdrücken, der ihn nicht vollkommen beschrieb. Von sich selbst, obwohl auf der stetigen Suche nach der Definition, auch nicht. Er inszenierte und polarisierte im Dualismus seiner Arbeit und seiner Person. Die Arroganz, die seine Fotos ausstrahlen, waren für ihn der Ausdruck eines Bewusstseins über Schönheit. Die Arroganz, mit der er Menschen und Dinge liebte und hasste, Ausdruck seines eigenen Strebens nach Definition und Einordnung.

Love, Cecil lässt die hoffnungslose Suche nach dem Ende des Regenbogens nicht verzweifelt erscheinen, sondern ehrenhaft.

 

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Auf der Suche nach Ingmar Bergman (Deutschland, Frankreich 2018)

Die deutsche Regisseurin Margarethe von Trotta hätte ohne Ingmar Bergman nie damit angefangen, Filme zu drehen. Jetzt, zwei Tage bevor Bergman 100 Jahre alt geworden wäre, bringt von Trotta mit Auf der Suche nach Ingmar Bergman einen Film in die Kinos, der gleichermaßen ein Monument für ihr Idol und eine Geschichte über einen Freund sein möchte.

Bergmans existenzielle Herangehensweise an das Drama, beizeiten sogar an die Komödie brachte ihm im Jahr 1997 die Auszeichnung „Bester Filmregissuer aller Zeiten“ auf den Filmfestspielen in Cannes ein. Auf der Suche nach Ingmar Bergman lässt jetzt Weggefährten zu Wort kommen, die vom irritierenden Auftreten des Regisseurs berichten. Irritierend und erratisch scheint Bergman am Set und im Privatleben gewesen zu sein, was die Faszination der Schauspieler, die unter ihm arbeiteten, in seiner Person noch verstärkte.

Ein ruhiger Schnitt, viel Originalmaterial und eine dirigierende Regisseurin, der das Thema am Herzen liegt, machen die Dokumentation über den schwedischen Regisseur zur einfühlsamen Beschreibung des Lebens einer außergewöhnlichen Person.

 

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