Das Fremde im Gegenlicht

super-8Szenenbild aus Super 8 (© Francois Duhamel / Paramount Pictures)

    Mit dem Film SUPER 8, der seit heute auf den deutschen Kinoleinwänden zu sehen ist, versucht der Regisseur und frühere Lost-Produzent J.J. Abrams die späten Siebziger und frühen Achtziger Jahre zurückzubringen, als die familiengerechten Science-Fiction- und Fantasy-Filme aus Steven Spielbergs Amblin-Schmiede die Kassen zum Klingeln brachten. Super 8 ist nicht nur eine Hommage an diese vergangene Epoche, in der auch der 1966 geborene Regisseur aufwuchs. Der Film hat vielmehr durch die Mitwirkung Spielbergs als Produzent den offiziellen Segen von Abrams großem Vorbild.

super-acht-eins© Paramount Pictures / Columbia Pictures

    Über die inhaltlichen Parallelen von Super 8 mit Spielberg-Filmen wie E.T. – Der Außerirdische (1982), Unheimliche Begegnung der dritten Art (1977) oder Gremlins (1984, produziert von Spielberg) ist in den Feuilletons der vergangenen Tagen ausführlich geschrieben worden. Doch die Ähnlichkeiten gehen über Plot-Elemente (die Begegnung mit außerirdischen Wesen), die Protagonisten (eine Gruppe von prä-pubertären Jugendlichen als Hauptdarsteller) und die Schauplätze (eine amerikanische Klein- bzw. Vorstadt) hinaus. Bei Super 8, der im Jahr 1979 spielt, ist das gesamte Produktionsdesign an die alten Spielberg-Filme angelehnt: Von der Kleidung über die BMX-Räder bis zu den Filmplakaten.

super-acht-zweillinks: E.T., rechts: Super 8 (© Universal Pictures / Paramount Pictures)

    Abrams kopiert die Bildsprache und die Ausleuchtung von E.T. & Co. in fast jeder Einstellung (abgesehen von den Actionsszenen, die mit Hilfe aufwändiger Spezialeffekt den Konventionen von 2011 entsprechen). Wenn etwa der 13-jährige Joe in Super 8 einen außerirdischen Artefakt nach Hause mitnimmt und ihn seiner Angebeteten Alice zeigt, dann wird dies genauso in Szene gesetzt, als wenn Elliott seinen Freunden zum ersten Mal E.T. zeigt: Mit Nahaufnahmen von staunenden Kindergesichtern, die so angestrahlt werden, als ob von dem fremden Objekt/Wesen ein helles Licht ausgeht.

super-acht-dreillinks: Unheimliche Begegnung der dritten Art, rechts: Super 8 (© Columbia Pictures / Paramount Pictures)

    Ähnlich wie bei Unheimliche Begegnung der dritten Art zögert auch Abrams den Moment, in dem das Fremde endlich ins Bild kommt, so weit es geht hinaus. In Szenen, bei denen der oder die Aliens in der Nähe sind, nutzt er den gleichen Trick wie Spielberg, um das Geheimnis des Aussehens der Aliens zu wahren: Er taucht sie in Rauchschwaden und gleißendes Gegenlicht, welche den Zuschauern wie den Filmprotagonisten gleichermaßen die Sicht nehmen. Zumindest die handwerkliche Eignungsprüfung für die Nachfolge des großen Meister hat Abrams somit mit Erfolg bestanden.

SUPER 8 (USA 2011) | Regie: J.J. Abrams | mit Joel Courtney, Kyle Chandler, Elle Fanning und anderen | Länge: 112 Minuten | Start: 04.08.2011.

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VIDEO: Super 8 (Trailer)

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