Goodbye, Teenage Rumpot

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   Der Underground trägt Trauer. In der Nacht von Montag auf Dienstag ist, im Alter von 69 Jahren, GEORGE KUCHAR gestorben, offenbar an einer längeren Krebserkrankung. Obwohl sie in Deutschland kaum bekannt, geschweige denn leicht erhältlich sind, stehen Kuchars Filme neben denen von Andy Warhol, Stan Brakhage, Kenneth Anger, Jack Smith, Timothy Carey oder Jonas Mekas exemplarisch für die Filmszene des New Yorker Undergrounds der 60er und 70er Jahren. Allein oder gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Mike hatte der 1942 in New York geborene Kuchar seit Mitte der 50er Jahre über 200 Filme gedreht. Schon ihre Titel wie The Slasher (1957), I Was A Teenage Rumpot (1960) oder Corruption Of The Damned (1965) lassen ahnen, mit welchem freiem Geist, mit welcher spielerischen Bravour und mit welch eigenwilliger ästhetischen Haltung die Kuchar Bros ihre Schmalfilmkameras zum Einsatz brachten. Sie inspirierten heute etablierte Großkünstler wie David Lynch oder Atom Egyan zu ihren ersten Werken. John Waters dankte den Kuchars im Vorwort zu ihren illustrierten Memoiren Reflections from a Cinematic Cesspool: »They gave me the self confidence to believe in my own tawdry vision.« George Kuchars Tod ist nun ein trauriger Anlass, auch hierzulande für das Werk der Kuchars die Trommel zu rühren. 

   Nachfolgend ist deshalb Hold Me While I'm Naked zu sehen, George Kuchars semi-autobiographischer Kurzfilm von 1966, der bei einer Kritikerumfrage der Village Voice auf Platz 52 der besten Filme des 20. Jahrhunderts kam. R.I.P.

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VIDEO: George Kuchar Hold Me While I'm Naked (1966)

VIDEO: It Came From Kuchar (Trailer) (2010)

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