Feu Thérèse

Die Band vergessen wir gleich wieder. Sie hat sich nach diesem Album aufgelöst. Die Musik aber… Stockhausen (Wie kommt das Feuilleton eigentlich auf die Idee, die »nachfolgende Generation« habe ihn »Papa Techno« genannt? Wer hat da von wem abgeschrieben?) hätte sein Vergnügen an diesem kosmischen Gewurschtel, wäre es ihm nicht zu unterkomplex. Ein Zeichner sitzt am Schlagzeug, ein Performance-Künstler spielt Bass, ein B-Movie-Soundtrack-Komponist bedient Keyboards und so, dazu tritt ein Gitarrist in Erscheinung. Ab und zu eine dem jungen Gainsbourg nicht unähnliche Stimme.

    Die Summe klingt dann weniger arty als die simple Addierung der Einzelteile. Feu Thérèse lassen sich hochschießen und gleiten dann durch einen Space, wo die unbetretenen Felder von Electronica, Post Rock, Chanson, Improvisation und Filmmusik nur durch Wurmlöcher miteinander verbunden sind. Wer sich im Umfeld von Silver Mt. Zion und Godspeed You! Black Emperor aufhält wie das Quartett aus Montréal, dem sind weder turmhoch aufgetragene Instrumentalsedimente fremd, noch das komplette Effekt-Arsenal der Weite und der Ewigkeit: Flanger, Echo, Hall.

    Kinder werfen Gesänge ein, Moogs spielen naive Melodien, und dazwischen wirkt Synthesizer-Spieler Stephen de Olivieira immer ein bisschen wie ein Moderator, wenn er seine Stimme klingen lässt. Eine Reise, clever strukturiert und im Sound gut durch individualisiert. Sie sind nicht mehr. Sie haben etwas sehr Schönes da gelassen.

LABEL: Southern

VERTRIEB: Alive

VÖ: 19.10.2007

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