Der Festivalsommer 2013

Der Festivalsommer hat begonnen und die nächsten Wochenenden werden im Freien verbracht. SPEX weist auf dieser Seite von nun an auf die interessantesten Veranstaltungen hin und verlost noch den ein oder anderen Festivalpass. Nachfolgend die aktuellen Empfehlungen zu den beiden Ferropolis-Festivaln Splash! und Melt! – samt Verlosung für ersteres.

SPLASH! 12.07 bis 14.07. Gräfenhainichen – Ferropolis
Das Splash! ist und bleibt das wichtigste HipHop-Festival. Im fünften Jahr auf der eindrucksvollen Ferropolis untermauern diesen Anspruch nicht nur legendäre Namen wie die Alternative-HipHop-Gruppe A Tribe Called Quest und Ex-Boogie Down Productions-Mann KRS One, sondern vor allem die versammelte jüngere Aufsteigerriege zwischen US-Ost- und Westküste mit Kendrick Lamar, A$AP Rocky und Tyler, the Creator. Und mit The Underachievers, Joey Bada$$, Flatbush Zombies und Iggy Azalea brandet schon die nächste Hoffnungsträgerwelle am Baggersee. Der charttechnische Überraschungserfolg der Saison, Macklemore & Ryan Lewis, lässt die Eisenstadt hinter sich, Just Blaze und die Betty Ford Boys führen das Beat-Programm an. Musikalische Ufererweiterungen betreiben dann Evian Christ und The Gaslamp Killer. Auch die deutsche Szene ist quer über alle Lager vertreten, u.a. mit Headliner Casper, Marteria, Die Orsons, Curse, Dendemann, MoTrip, Megaloh, Muso, Retrogott & Hulk Hodn, DCVDNS – und Ronny Trettmann. Auch Mach One, der für SPEX den aktuellen Ausklang zeichnete, ist mit von der Partie. Und SPEX-Kolumnist Marcus Staiger und SPEX-Redakteur Jan Wehn kuratieren das HipHop Leseinferno, für einen nachdenklich-amüsanten Tagesbeginn.
Zwar ist das Splash! bereits ausverkauft, gemeinsam mit Relentless verlost SPEX allerdings noch hier 2×2 Tickets für die drei Tage. Der Energy Drink wird auf dem Festival u.a. an der eigenen See-Bühne, wo Lance Butters und Genetikk auftreten werden und eine Bar und Chill Out Area warten, und nahe der Hauptbühne mit der Fotoaktion Relentless Flash Point samt Bühnenblick für alle vertreten sein. splash-festival.de

*

Melt! Festival   FOTO: Stephan Flad
FOTO: Stephan Flad

MELT! 19.07. bis 21.07 Gräfenhainichen – Ferropolis
Eine Woche nach dem Splash! kehrt die Festivalmutter zur Ferropolis zurück. Die Mischung aus eklektizistischem Programm mit Raves und Konzerten vor den riesigen Eisenmaschinen hat das Festival weit über Deutschland hinaus bekannt gemacht. Und auch 2013 gibt es zumindest hierzulande kein diverser besetztes Festival. Thom Yorke und die Atoms For Peace geben den Sonntagsheadliner, Peter Doherty und seine Bambyshambles kehren nach Jahren der Abstinenz zurück. The Knife hinterfragen das Konzept »Konzert« im Allgemeinen, Hans Unstern gleich die Musik an sich und James Blake wiederum kann die ganze Grazilität und Wucht seiner Songs endlich einmal im richtigen Ambiente voll zur Geltung bringen. Ebenfalls kunstfertig und flambyoant geht es bei Alt-J und Mount Kimbie zu. Austra bringen große Hymnen, MS MR vielseitigen Tumblr-Pop und Purity Ring hypnagogische Fabelwelten. Intime Musiken wie jene von Daughter, Blue Hawaii, Glass Animals, Rhye und Owen Pallett treffen auf die ausufernden Entwürfe von Sinkane, Charlie XCX, Dan Deacon und Friends. Mit Trümmer, King Krule und London Grammar sind einige interessante Newcomer dabei. Pathos-Onkel Woodkid und Sizarr sind auch im Programm. Dazu gesellt sich eine vielfältige HipHop-Riege um Azealia Banks, Flying Lotus, Ghostpoet, Mykki Blanco, Tricky und Zebra Katz. Und von Festivalanfang an immer dabei: eine Armada elektronischer Künstler, deren wichtigste hier einfach nur mal schnell gelistet werden können: DJ Koze, Modeselektor, Trentemøller, Miss Kittin, Todd Terje & Lindstrøm, James Holden, Scuba, 20 Jahre Kompakt, Aérea Negrot, Art Department, Barnt, Ben Klock, Ben Ufo, Bicep, Christian Löffler, Diamond Version, Disclosure, Discodromo, Ellen Alien, Function, Joy Orbison, Karenn, Motor City Drum Ensemble. Wie erfreulich, dass es noch ab 119 € Festivaltickets gibt. meltfestival.de

*

Dinosaur Jr

Drei jugendliche Gitarrendinos, die am Freitag in Düsseldorf auftreten

OPEN SOURCE FESTIVAL 29.06. Düsseldorf – Galopprennbahn
Ein Samstag. Im Juni. In Düsseldorf. Und dann gleich 25 vielversprechende Künstler auf bzw. an der Galopprennbahn und im Stahlwerk. Zwar ist HipHop-Künstlerin D.E.N.A. die einzige Frau im Programm, ansonsten gibt es aber nichts zu bemängeln. Dinosaur Jr und Yasiin Bey (ehemals Mos Def), der zusammen mit dem Jazzpianisten Robert Glasper auftritt, sind zwei mehr als respektable Programmköpfe. Dahinter geht es primär elektronisch zu: Modeselektor sind ebenso dabei wie ihr Langzeitkollaborateur Siriusmo, Mala In Cuba und eine DJ-Division des Sound Pellegrino Labels. Darkstar und das Portico Quartett betreiben dazu musikalische Grenzverwischungen. Und auch die lokal ansässigen Kreidler treten nebst zahlreicher Nachwuchsbands auf –  Schlagzeuger Thomas Klein spielt sogar nochmals als SØLYST.
Zusammen mit YNTHT von PHILIPS Sound verlost SPEX hier noch 2×2 Plätze für das Open Source Festival samt YNTHT-Aftershowparty. open-source-festival.de

*

MS DOCKVILLE 16.08. bis 18.08. Hamburg (Kunstcamp ab 01.08.)
Die Dockville ist ein Kulissenfestival. Meint: Denkt man an das Festival, denkt man zuerst an dessen Kulisse. Das liegt zum einen an der eindrucksvollen Skyline des das Festivalgelände umgebenden Wilhelmsburger Hafens, zum anderen an der Verlässlichkeit, mit der die Organisatoren seit 2007 ein rundes Programm auf die Beine stellen. In diesem Jahr ist das sehr Pop und auffällig stark von besonders für ihre Live-Qualitäten bekannten Künstlerinnen durchzogen. Die Foals als Headliner für die schweren Klänge zuständig, Mac Miller und Die Orsons besorgen die HipHop-Party, Kitty, Daisy & Lewis die Retrosause. Bunt geht es bei Totally Enormous Extinct Dinosaurs und Ms MR zu, folkloristisch bei Crystal Fighters, dramatisch bei Austra, Sizarr und Woodkid, vertrackt bei Anika und When Saints Go Maschine. Der intime Folk-Pop der Schwedin El Perro Del Mar darf ebenfalls nicht fehlen. Dem elektronischen Ekletizismus frönen u.a. A-Trak, John Talabot, Star SlingerXXYYXX, Erdbeerschnitzel, Christian Löffler und Grizzly. Der hiesige Programmanteil erstreckt sich von DJ Koze über Bratze, Mohna und Fenster zu Trümmer. Aber auch allerhand kürzlich Gehyptes wie Chvrches, MØ, Wankelmut und Bauuer wird vor Ort sein.
Unterm Strich steht so in jedem Fall auch ein vergleichsweise sehr guten female:pressure-Rating. Obendrein kann das Festival noch mit einem weiteren Aspekt punkten: seinem Kunstcamp, das bereits am 1. August auf dem Festivalgelände eröffnet. Die kritische Kunstvermittlung steht dieses Mal unter dem Thema »Unkraut«. Im Rahmen des Camps findet zudem wieder das Butterland Open Air und der Vogelball statt, bei dem Mykki Blanco und EASTER auftreten werden. Ein weitere Möglichkeit zum Warm-Werden bietet zudem am 3. August die Veranstaltung Spektrum mit Danny Brown, Mount Kimbie, Retrogott & Hulk Hodn, Megaloh, Pearson Sound, Koreless und Evian Christ. Nachfolgend aber erstmal der Festivaltrailer.

*

Roskilde Festival   FOTO: Per Lange
FOTO: Per Lange

ROSKILDE FESTIVAL 04.07. bis 07.07.2013 Roskilde, Dänemark
Seit 1971 prägt das dänische Festival die europäische Festivallandschaft. Der heutige Preis von etwa 250 € pro Festivalpass mag zwar zunächst happig erscheinen, dennoch liegt die viertägige Veranstaltung, die sich dicht an die gleichnamige Stadt unweit von Kopenhagen schmiegt, in puncto Preis-Leistungs-Verhältnis weit, weit vorne. Dafür sorgt neben einer namenhaften, Rock bis Pop, gut bis schlecht alles umfassende Headlinerriege mit – Achtung! – Kraftwerk, Metallica, The National, Queens Of The Stone Age, Rihanna, Sigur Rós, Slipknot und den hiesigen Volbeat – sondern, auch das restliche höchst divers besetzte Programm, dass es ermöglicht, jeden Geschmack vier Tage am Stück mehr als ordentlich zu bedienen. Mit u.a. Kendrick Lamar, Angel Haze, Azealia Banks, Mykki Blanco und Joey Bada$$ sind zahlreiche neue und hochgeschätzte Raper*innen vor Ort. Weiterhin trifft experimenteller Rock-Pop von Animal Collective über Efterklang bis zu When Saints Go Machine auf Savages, Jake Bugg, John Grant, Iceage, Metz, Unknown Mortal Orchestra. Zudem gibt es mehrere Wiedersehen mit Bobby Womack, Turbonegro, Henry Rollins, Dead Can Dance und Calexico. Elektronisch spannt sich das Feld mit James Blake, Crystal Castles, Disclosure, Holy Other, Jam City, Laurel Halo, Rustie, Andy Stott, Vatican Shadow, SOHN ähnlich weit. Außerdem gibt es allerhand skandinavische Künstler zu erleben, die es hierzulande eher selten zu sehen gibt – u.a. Postiljonen und Maskinen. Lykke Li, Peter Bjorn And John, Miike Snow, Coco Morier und Jocke Åhlund gemeinsam als Ingrid auf.
Hinzu kommt die besondere Festivalatmosphäre, etwa wenn man mit bis zu 60.000 anderen Menschen in die von (etwas) Wald umrahmte Senke vor der Orange Stage blickt bzw. in dieser steht oder, ganz intim, ein Konzert einer ehemaligen Scheune, der Gloria Stage verfolgt. Und schon Tage vor dem offiziellen Festivalbeginn, nämlich am 29. Juni, öffnet das Campinggelände, auf dem die Besucher bereits traditionell ihr eigenes Fest veranstalten. Dazu bemüht sich das Festival an allen Stellen um die Schärfung des ökologischen und sozialen Bewusstseins. Neben zahlreichen künstlerischen Aktivitäten auf dem Festival- und Campinggelände gab es so im letzten Jahr u.a. auch eine »Poor City«, in der Festivalbesucher »Asyl« beantragen konnten, um mit in Dänemark Asyl suchenden Flüchtlingen in Kontakt zu kommen und Einblicke in ihre Situation zu erhalten. Auch 2013 wird es wieder mehrere interdisziplinäre Themenbereiche geben.
Für alle Kurzentschlossenen: Es gibt sowohl noch Tageskarten als auch komplette Festivalpässe. Wer stattdessen lieber zu Hause bleibt, kann das Festival jedoch auch live via WiMP verfolgen, den der Dienst ist offizieller Streamingpartner des Festivals. Und für alle, die in ihr Losglück vertrauen, verlosen SPEX und WiMP hier noch 1×2 Festivalpässe für Roskilde. roskilde-festival.dk

*

DJ Koze
Bei Festivals ein Muss: ein ausgefallenes Outfit wie es etwa c/o pop-Headliner DJ Koze vormacht

SPEX präsentiert C/O POP 19.06. bis 23.06.2013 Köln
Zehn Jahre c/o pop, das bedeutet fünf Tage Popkultur inmitten von Köln, zwischen Stadtgarten, Belgischem Viertel, WDR, Gloria und Millowitsch Theater, Christus Kirche und, und, und. Dort darf getanzt werden, etwa mit etwas Dance-Lokalkolorit bei der »20 Jahre Kompakt«-Feier mit DJ Koze, Michael Mayer, Matias Aguayo u.a. Wer es elektronisch schroffer mag, sollte sich an Anstam und Phon.O wenden. Ruhiger, wenngleich nicht weniger dramatisch, geht es da sicherlich bei den drei besonderen Konzerten von Apparat (mit »Krieg und Frieden« im Millowitsch), Rami Khalifé, Francesco Tristano und Aymeric Westrich alias Aufgang (im WDR) und den Dänen von Efterklang (in der Philharmonie) zu. Dazu reist eine Vielzahl interessanter junger deutscher Musiker*innen an: Roosevelt kommt mit den Öffentlichen, Stabil Elite schauen aus Düsseldorf vorbei, Messer aus Münster, Chuckamuck aus Berlin, Sizarr aus Mannheim (mittlerweile), Trümmer und Der Ringer aus Hamburg, DC Schneider aus München. Reggae und Dancehall werden auch geboten und zwar von Gentleman und Ronny Trettmann. Beim Mini-Festival im Festival am Samstag im Belgischen Viertel tritt dann Schlager-Phänomen Dagobert ebenso auf wie HipHop-Phänomen DENA. Zuvor gibt es am gleichen Tag einen Platten- und Klamottenbasar und ein Kindermitmachpopkultur-Fest an der Christus Kirche bzw. im Stadtgarten Park.
Der Festivalpass kostet 77 €, für die meisten Konzerte lassen sich allerdings auch Einzelkarten erwerben. SPEX präsentiert das Festival und verlost hier noch 3×2 Plätze für When Saints Go Machine am  Freitag im Gloria. c-o-pop.de/festival

5 KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .