Felix Stephan Huber – Bei Galerie Zink, Berlin

Felix Stephan HuberEine irritierende Erfahrung bedeutet es, die Spiele des 1957 in Zürich geborenen Felix Stephan Huber zu spielen. Ich sollte sagen, »Experience«. So ähnlich, wie man Mitte der Neunzigerjahre von »Cyber-Schamanismus« sprach. Denn in seiner Ausstellung »ego alter ego« zieht der Bildende Künstler eine ernüchternde Bilanz jener Euphorie, die einst mit den digitalen Medien verbunden waren.
In der titelgebenden Tunnelinstallation etwa hält der interaktive Betrachter den Wii-Controller in der Hand und folgt zwei Avataren durch simple Architekturen. Schnell jedoch stellt sich beim Drei-Level-Game heraus: Die Interaktion beschränkt sich auf dem Folgen der Avatare, und sie endet mit einem Sprung ins All. So geht es meinem digitalen Alter Ego auch in den weiteren, in der Galerie Zink Berlin gezeigten Spielsimulationen: Was ausschaut wie eine zur Teilnahme einladende, dynamische Installation, entpuppt sich immer als Einbahnstraße. Sie endet in der elektronischen Einsamkeit. Und bei ziemlich fundamentalen Fragen.

Felix Stephan Huber: ego alter ego
bis 18.10.
Galerie Zink Berlin
Schlesische Str. 27 (Haus 2 2OG), 10997 Berlin-Kreuzberg

Abbildung: Felix Stephan Huber, Screenshot aus dem Computergame tunnel.  Projektion Level II, 2007-2008, Courtesy Galerie Zink Berlin I München

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.