Felix Kubin – Aufwärts – Abwärts – Auf die Bühne

FelixKubinOhne Künstler wie Felix Kubin wäre der deutsche Kulturbetrieb sicherlich um das ein oder andere Stück intellektueller Tanzelektronik ärmer. 1998 gründete der Hamburger Künstler und Musiker das Label Gagarin Records, auf dem er seitdem neben Künstlern wie Candie Hank, Jacques Palminger und Brezel Göring seine eigene Musik veröffentlicht. Ein Jahr später gründete er das Syndikat für Gegenlärm, in der Folge produzierte er immer wieder Hörspiele für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Anfang dieses Jahres trat er eine Gastprofessur am Institut für Angewandte Theaterwissenschaften der Justus-Liebig-Universität Giessen an, für das Goethe-Institut gab er im März einen Workshop in Salvador.

Seine nächste Arbeit zieht ihn nach Wien. In Kooperation mit dem Tanzquartier Wien und Wien Modern, dem Festival für Gegenwartsmusik, arbeitet Kubin derzeit an der Aufführung »Ich will aufwärts ich will abwärts«, deren Premiere am 03. November stattfinden soll. »Bedienungsumleitungen und Deinstruktionen«, so der Untertitel des Stücks, für dessen musikalische Komposition und Regie Kubin verantwortlich zeichnet. Die Metaphysik der Apparate, die Omnipräsenz elektronischer Ordnungselemente wie Piktogramme oder akustische Signale, der »urbane Hypertanz, dessen programmierte Agenten wir sind« ist das leitende Motiv von »Ich will aufwärts ich will abwärts«.

»Die Deinstruktion untersucht die Vektoren der Bewegung, die Suggestivmomente fremdbestimmter Codes und Motorik, und die oft ins Absurde abgleitende Sprache von Bedienungsanleitungen – vor allem, wenn sie schlecht übersetzt sind. Anleitungen verwandeln sich in Umleitungen.«, so formuliert es Kubin selbst. »Jede Bedienungsanleitung ist ein schlechter Dolmetscher, ein poröses Interface zwischen Funktion und Anwendung, das an der Unerreichbarkeit universeller Logik scheitert.«

Dabei kann, nein: soll auch das Publikum in die Inszenierung eingreifen. Mitgebrachte, eigene Bedienungsanleitungen werden dann live von den Tänzerinnen improvisiert, das Publikum wird als »soziale, instruktionserfahrene Skulptur und Teil der Komposition verstanden.«

Die Sommerpause des Tanzquartier Wien endet am 03. September mit einer öffentlichen Probe von »Ich will aufwärts ich will abwärts« mit Felix Kubin und Fritz Ostermayer.

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