Federico Fellini – Das Buch der Träume

Buch der TräumeDer Katholizismus lebt von Traum und Traumgleichem. Eine ultraidealisierte Gottesmutter kommt darin ebenso vor wie eine Vielzahl von Gotteseingebungen, Verheißungen und Prohezeiungen. Ganz zu schweigen von all den Erscheinungen vorzugsweise Mariae in Italien, Bayern und Marpingen/ Saar. Federico Fellinis Filme waren geprägt von der Wucht der Bilderwelt des Katholizismus. Ebenso nährte der 1920 in Rimini geborene Regisseur ganz bewusst seine Fantasie: Zwischen 1960 und 1990 führte er ein Traumtagebuch.
Vor allem zeichnete er. Der gelernte Karikaturist fing in der Nacht all seine Obsessionen, Rausch-Erlebnisse und Schlafwelten mit dem Stift ein, und ab und an notierte er auch ein paar Worte. Er begriff es selbst als Arbeit. Im Collection Rolf Heyne-Verlag hat man diese Arbeit nun editiert. Das »Buch der Träume« ist soeben erschienen und in der Aufmachung mindestens barock zu nennen. Fast 600 Seiten dick, über dreieinhalb Kilo schwer, ein Wälzer. Lediglich der Preis ist ein Fürst der Dunkelheit.

Federico Fellini: Das Buch der Träume.
Herausgegeben von Tullio Kezich und Vittorio Boarini. Deutsch von Christel Galliani. Collection Rolf Heyne,  2008. ca. 135 Euro.

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