„Dinge passieren lassen“ – A Tale Of Golden Keys im Interview / SPEXklusive Playlist

Foto: Julien Fertl

A Tale Of Golden Keys sind Nürnbergs zarteste Versuchung seit Lebkuchen. Apropos Essen: Das neue Album der Band heißt Shrimp, es wurde in nur zehn Tagen geschrieben und aufgenommen – und geht dahin, wo sowohl Gebäck als auch Meeresfrüchte landen: in die Magengrube. SPEX hat das Trio zum Album, zu Nürnberg und zum Folkrockklischee nummer Eins befragt: Wohnzimmerkonzerte.

Wie habt ihr es geschafft, Shrimp in nur zehn Tagen zu schreiben und aufzunehmen?
Das ist eine Frage, die wir selbst noch nicht so ganz beantworten können. Wir sind mit drei Songskizzen im Studio eingelaufen und hatten uns eigentlich darauf eingestellt, in besagten zehn Tagen den Grundstein für ein zweites Album zu legen. Wie genau wir dann in so einen Flow gekommen sind, weiß keiner mehr so richtig. Es hat sich aber währenddessen und auch beim ersten Anhören danach immer richtig angefühlt, sodass für uns auch nie die Frage aufkam, ob man alles nochmal überarbeiten sollte.

Ihr habt euch bei diesem Album stark auf eure Intuition verlassen, heißt es im Pressetext. Was besagte die denn konkret?
Die besagte in erster Linie, Dinge passieren zu lassen, ohne sie permanent zu hinterfragen. Das Album heißt Shrimp. Auf dem Cover ist eine Taube. In den Songs passieren Sachen, die im Studio genau einmal passiert sind und zufällig aufgenommen wurden. Kurz zusammengefasst also: einfach machen, weniger grübeln.

Ihr habt in einem Interview gesagt, Nürnberg sei das Berlin Bayerns. Was macht die dortige Szene so besonders für euch?
Vielleicht ist das Besondere, dass es wirklich eine „Szene“ gibt, die diesen Begriff auch ausfüllt. Es gibt also nicht nur einfach eine Menge Musiker und Künstler, sondern auch viele Schnittpunkte, an denen man mit diesen anderen Menschen zusammenkommt. Das ist alles sehr angenehm und familiär. Vor allem lohnt es sich aber, über den Tellerrand der Musik rauszugucken. In Nürnberg passiert wirklich viel in allen Bereichen der Kultur. Das ist sehr bunt und toll. Im Unterschied zu Berlin bekommen das allerdings ein paar Menschen weniger mit.

Ihr gebt gerne Wohnzimmerkonzerte. Ist das mittlerweile nicht ein bisschen Klischeehaft?
Vielleicht ist das inzwischen so klischeehaft, dass es schon wieder nicht mehr klischeehaft ist. Um ehrlich zu sein wollten wir das lange nicht machen, da wir immer der Meinung waren (und es eigentlich auch noch sind), dass unsere Musik vor allem vom Wechselspiel zwischen laut und leise lebt, was sich natürlich viel leichter auf einer richtigen Bühne erzeugen lässt. Anlässlich des Releases des ersten Albums war das dann in erster Linie eine Idee der Menschen, die Geld mit der Platte verdienen wollten. Im Nachhinein sind wir diesen Menschen aber ziemlich dankbar, dass sie uns damals losgeschickt haben. Nichtsdestotrotz können wir beruhigenderweise sagen, dass wir uns in naher Zukunft erst mal wieder auf weniger klischeehafte Clubkonzerte spezialisieren werden.

Gibt es Einflüsse in eurer Musik, denen ihr in Zukunft gerne mehr Raum geben würdet, als bisher?
Da sind wir ganz gespannt. Ich glaube, es gibt viele verschiedene Wege und Möglichkeiten, kreativ zu sein und das „Ein-Album-in-zehn-Tagen-Ding“ war eine Art davon, die jetzt für dieses Album genau richtig war. Wie das in Zukunft läuft und vor allem, wie sich das dann in der Musik niederschlägt, vermögen wir noch nicht zu sagen. Jetzt freuen wir uns erst mal darauf, die neuen Sachen auf die Bühne zu bringen!

A Tale Of Golden Keys haben uns außerdem noch eine kurze Playlist zusammengestellt. Mit fünf Songs, die sie bei der Arbeit an Shrimps inspiriert haben:

 

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