FantasmaFree Love

Post-ethnisches Debütmeisterwerk: Fantasma klingen auf Free Love wie nichts anderes auf dieser Welt.

Im Jahr 2010 machte in Südafrika der Rapper und Produzent Spoek Mathambo von sich reden. Auf seinem Debütalbum Mshini Wam kombinierte er Baltimore-Beats mit südafrikanischen Elementen wie Mbaqanga-Melodien – und bettete sogar Joy Division ins Mutterland um. Mathambo probierte aus, wie Popmusik aus afrikanischen Kontexten klingen kann, die ohne Exotismus, dafür aber mit selbstbewusster Africaness im sogenannten »Westen« andockt.

Nun hat er eine ethnisch diverse Truppe um sich versammelt, was in der »Regenbogennation« Südafrika nahe liegt, sich aber auch mehr als 20 Jahre nach dem Ende der Apartheid dort noch kaum jemand traut, und sie Fantasma genannt. Man kann die Band als post-ethnisch bezeichnen und sich kaum einen anderen Entstehungsort ihrer Musik vorstellen als Südafrika, den einzigen postmodernen Industriestaat des Kontinents. Zu hören ist ein freilaufendes Gemisch aus Kwela-Gitarren und Psychedelik-Rock, Zulu-Mbube-Gesangsharmonien und Gothic-R’n’B, Post-HipHop und diesem schunkeligen südafrikanischen Beat – alles gleichzeitig seiner rhizomatisch breit gestreuten Wurzeln bewusst und jetztzeitig multidimensional vernetzt.

Fantasma nennen diese Musik Guzu, sie klingt wie nichts anderes auf der Welt, und Free Love ist der einzig passende Albumtitel für dieses Debütmeisterwerk. Ganz los wird man die eigenen Afrikaklischees im Kopf und die Vorurteile sowieso nie. Aber freie Liebe entspannt einen zumindest soweit, dass man damit wunderbaren Quatsch machen kann.

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