Esther Ofarim

She has the looks, she has the style, she has the voice – so was muss durch den Kopf des Arrangeurs und Songwriters Bobby Scott gehuscht sein, als er die junge Sängerin sah. Sein Projekt war jedenfalls bald beschlossene Sache, statt Folk-Revival und Chanson nun Broadway-Song und ein wenig Jazz für Esther. Weniger Jazz als auf den Caterina Valente- und Gitte Haenning-Reissues des Labels, doch diese erste echte Solo-LP der Ofarim aus dem Jahr 1965 ist eine Rarität, da nie hierzulande veröffentlicht. Arrangeur und Sängerin schienen die Momente der Aufnahme in besonderer Erinnerung zu halten, und in manchem lässt es sich nachvollziehen. Gerade die unfassbar fragile Interpretation von Scotts eigenem »A Taste Of Honey« trägt die versprochene Magie des Settings. Eigentlich war es aber ein Treffen im Unmöglichen. In den theatralischen Songs scheinen beide stets aneinander vorbeizureden, und die Spannung der Musik ergibt sich aus jenem Missverstehen, was eine junge Folkloresängerin diesem Material entgegenbringen musste. Doch »Old Devil Moon«, »Speak Low« und das Teenbob-Bonusstück »He’s Mine« zeigen eine leider nie wieder beleuchtete Facette der deutschsprachigen Cher, die beschloss, lieber im Ungreifbaren zu bleiben.

Anm. d. Red.: Diese Rezension erschien innerhalb der »Back for Good«-Kolumne in Spex 12/2006, #305

LABEL: Bureau B

VERTRIEB: Edel

VÖ: 24.11.2006

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