EP-Prelistening: Magic Island Wasted Dawn

Ich habe ein Casio gefunden, es lag zwischen den Kissen. So muss es sich zugetragen haben – hört selbst!

Wenn man die Schlafzimmer-Klangentwürfe dieser endlich in Berlin angekommenen Kanada-Polin hört, scheint es auf die Frage »Was tun, wenn dir ein Casio in die Finger gerät?« nur eine Antwort zu geben: Unbedingt drauflos spielen. Magic Island tappst förmlich über die Klaviatur – schüchtern, aber keineswegs unbeholfen. Wasted Dawn, die am 6. Februar erscheinende Debüt-EP des neuesten Zöglings der Montreal-Berlin-Kuppelmutter Mansions & Millions ist ein Herantasten, ein Umherpirschen, ein sich permanentes Nähern. Magic Island ist freilich eine Suchende, längst nicht angekommen, aber stets kurz davor, etwas Großes zu entdecken. Ihr dabei zuzuhören ist spannend, und überdies schlichtweg schön.

Wenn die Single »Dream Holiday« beginnt in der Uhrmuschel zu rauschen, meint man, dieses Keyboard müsse in seinen jungen Tagen schon ganz schön rumgekommen sein. Zumindest seine Besitzerin hat stets die Grenzplakette mit der Aufschrift »Globetrotterin« angepinnt: verhuscht, verträumt, kaum da, schon wieder weg. Und da war sie auf vielen Bühnen – auf der von Teen Daze zum Beispiel, oder Fenster. Vor allem aber auf der Spielwiese, auf der man sich am liebsten ohne Publikum und Showklamotte austobt: »I want to find you naked when I’m in my underwear.«

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