EMA veröffentlicht E-Zine zu The Future’s Void

EMA

Ihr zweites Soloalbum hat EMA bereits im Frühjahr herausgebracht. Mit einem aufwändig gestalteten E-Zine deckt sie nun die Hintergründe dazu auf.

The Future’s Void ist ein Noise-, Drone- und Industrial-Album, streckenweise ist es sogar Grunge-Pop. Oberflächlich betrachtet ist das zweite Soloalbum von Erika M. Anderson also ein Relikt der Neunzigerjahre, tatsächlich aber entspricht es dem Zeitgeist wie kaum eine andere Platte, die 2014 veröffentlicht wurde.

Das Album beschäftigt sich mit Themen des digitalen Lebens oder, genauer gesagt, des Überlebens. Es geht um Hilflosigkeit und Überforderung, das Gefühl, die Kontrolle über etwas zu verlieren, das man von vornherein nicht ganz verstanden hat. Die Platte wurde als Kritik an den Umgangsformen des Internets aufgenommen, als Statement zum Status der digitalen Kommunikation und ihres Einflusses auf die Menschen.

All das steckt tatsächlich in The Future’s Void, aber mit dem jetzt veröffentlichten E-Zine Back To The Void legt EMA offen, dass es eigentlich um sehr viel persönlichere Sachen geht. In klarer, ungeschönter Sprache schreibt sie über Stressreaktionen und Panikattacken, mit denen sie zu kämpfen hatte, nachdem ihr Debütalbum Past Life Martyred Saints zum Kritikerliebling geworden war und einen moderaten Personenkult um Anderson ausgelöst hatte. Sie vergleicht das Gefühl mit einem Neuromancer, der sich in ihrem Kopf breit und jeden klaren Gedanken unmöglich machte.

The Future’s Void wird dadurch zur Geschichte der Austreibung dieses Neuromancers, von Anderson detailliert aufgedröselt mit Kommentaren zu den einzelnen Songs der Platte. Auch ohne das Album gehört zu haben, ist Back To The Void aber ein lesenswertes E-Zine, das vorgefertigte Rollenbilder für blonde Frauen in der Rockmusik hinterfragt und sich mit der Validität von künstlerischen Urteilen, Urteilen über künstlerische Arbeiten und dem Zustand des Musikjournalismus im Jahr 2014 beschäftigt.

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