Liebe Für Wirklich Jeden

ema-take-one-two

*

Die Schule ist nicht selten der Ort der ersten Aus- und Eingrenzung: Cliquen werden gebildet, Hierarchien formen sich. In Hollywood-Filmen sind dann die Footballspieler und Cheerleader ganz oben, die Nerds und Geeks ganz unten, während am Ende ein sympathisches »hässliches« Entlein als plötzlich »schöner« Schwan den Aufstieg schafft. Dass in der Realität diese Lösung ebenso unwirklich wie falsch ist, der queere Nachwuchs ganz außenvorgelassen wird, weiß die Sängerin Erika Anderson alias EMA. 2011 legte sie mit Past Life Martyred Saints auf Souterrain Transmissions ein eindringliches Debüt zwischen Folk und Punk zu (The Grey Ship landete in den Spex-Jahrescharts), nun blickt sie mit dem neuen Stück Take One Two in die Vergangenheit zurück:

   »I'm amazed at how simply happy we all look. This is especially remarkable as I know what was going on outside those plywood walls: getting called names, shoved into lockers, and threatening to get our asses kicked for being queer or punk or just plain weird.«, heißt es da begleitend über jene Jugend in einem Trailerpark im South Dakota der mittleren 90er, aus der wir nun Homevideoausschnitte im Video zu Take One Two, das Spex erstmals zeigt, sehen können. Die jugendliche EMA und ihre Freunde tauschen die Kleider frei aller Gendergrenzen, salutieren ironischen mit der US-Flagge und haben schlichtweg a pretty good time in ihrem eigenen kleinen Freiraum.

   Ab heute ist die Single digital erwerbbar; die Erlöse kommen der Jamie Isaacs Foundation zugute, die sich gegen Mobbing in den USA wendet. Das letzte Wort hat die Künstlerin: »This one’s for all the weirdos out there: cherish your friends, fuck the haters and let your freak flag fly.«

*


VIDEO: EMA Take One Two

1 KOMMENTAR

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.