Eine Erzählerin: Neneh Cherry mit neuem Musikvideo und Single

Credit: Wolfgang Tillmans

Was man nicht genau zuordnen kann, nimmt man so wie’s ist. Neneh Cherrys neue Single „Kong“ kommt als minimalistisch produzierter Track mit stimmlicher und inhaltlicher Gewalt daher. Die visuelle Umsetzung des Songs vermittelt Nähe, und nähert sich der Thematik so von einer ganz anderen Perspektive. Nehmen wir!

Neneh Cherry als Superstar zu bezeichnen, wäre keine Unterteibung. Grammy-Nominierungen und millionenfache Albumverkäufe begründen oft auch das inhaltiche Abflachen populärer Musik – oder es wird eben plakativ unflach. Neneh Cherry geht mit ihrer neuen Single „Kong“ ein Thema an, das aktueller, kontroverser und unflacher kaum sein könnte, und wagt sogar die historische Einordnung.

Four Tet und 3D von Massive Attack produzierten den Track mit und hinterließen einen Sound, der der Stimme ebenso viel Platz lässt, wie Massive Attacks Lieder es meist tun. Die Stimme Cherrys darf im Vordergrund von der Ambivalenz einer vernetzten Welt erzählen, von den hierarchischen Strukturen zu Beginn und der verschleierten Tyrannei im entarteten Handel mit Waffen und Gewalt.

Das Video zeigt Neneh Cherry – nah, fern und mittendrin. In unterschiedlichen kulturellen Szenen und inszenierten Stillleben wird die Intitmität zum Stilmittel. Man soll sie erkennen, um zu erkennen, was sie fühlt. Das Video wurde von Jenn Nkiru inszeniert, der auch schon an „Apeshit“ von Beyoncé und Jay-Z mitarbeitete. Ein Grund mehr, sich nicht nur den Song, sondern auch das Video anzuschauen.

Was am Ende bleibt? Der Eindruck, irgendetwas zwischen Studie und Bekenntnis gehört zu haben und hautnah dabei gewesen zu sein. Neneh Cherrys Stimme bleibt als Erzählerin hängen: ernsthaft, ehrlich und nahbar.

Neneh Cherry live
16.08. Berlin – Kesselhaus (Pop-Kultur Festival)

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