Das Unerhört! Musikfilmfestival startet aus Redaktionssicht in die heiße Phase: Am Freitag präsentiert der Produzent und Spex-Musikvideoblogger Moritz Schmall im Kino 3001 Hamburg die elf besten Musikvideos des Jahres 2009. Martin Hossbach befragte Schmall im Vorfeld zur Relevanz des Musikclips und seinem Interesse für jenes Medium.

Moritz Schmall Unerhört FestivalMoritz, Du bloggst für spex.de über Musikvideos: Woher stammt Dein Interesse für diese Kunstform?
    Es ist vor allem die Vielseitigkeit, die mich reizt. Mir ist kein Genre bekannt, dass dich mehr überraschen kann. Technische Neuerungen werde hier ausprobiert, auch die alte Tante Avantgarde lebt hier weiter. Anything goes.

Was wirst Du im Rahmen von Unerhört zeigen?
    Ich möchte Videos zeigen, die bei mir dieses Jahr besonders nachhaltig gewirkt haben. Nicht unbedingt meine Lieblings-Videos, aber dennoch die wichtigsten Videos des Jahres 2009.

Wie hast Du die Auswahl der Deiner Meinung nach elf wichtigsten Musikvideos des Jahres 2009 getroffen?
    Nicht allein: ich habe ein paar Freunde eingeladen, und wir haben stundenlang Videos geguckt. Vorher habe ich eine Liste mit allen Videos verteilt. Schließlich gingen wir unsere Notizen durch, achteten ein bisschen auf eine ›Bandbreite‹ und legten die 11 Videos fest – war eine lange Nacht …

Haben Musikvideos an Bedeutung eher zu- oder eher abgenommen?
    Da kann ich nur mutmaßen: Früher haben Videos bei MTV dazu geführt, dass wir Bands kennen gelernt haben und dann in einen Laden gelaufen sind, um die Platte zu kaufen. Heute boomen Musikvideos im Internet, bekommen teilweise atemberaubende Click-Zahlen, demnach steigt also die Bedeutung. Doch die Verkaufszahlen sprechen wohl eine andere Sprache.

 

Unerhört! präsentiert »Spex – Best of 2009« mit Moritz Schmall:
04.12. Hamburg – 3001 (ab 23 Uhr)