Ebony Bones – Knochentrockener Punk

BonesDie Hype Machine täuscht selten! Der Name ist klug und richtig gewählt, denn mit der Explosion von Musik- und vornehmlich MP3-Blogs in den USA innerhalb der letzten beiden Jahre ist der MP3-Blog-Aggregator zu so etwas wie dem Gratmesser relevanter zeitgenössischer Musik. Denn kostenlose Musik lockt die Fans immer noch stärker an als Videos oder Radiostreams. Arcade Fire, Lily Allen, Arctic Monkeys, Clap Your Hands Say Yeah: Alle Künstler, denen in den letzten Jahren der Erfolg über Blogs und Myspace attestiert wurde, fanden auch dementsprechend viele Suchergebnisse auf The Hype Machine. In diesem Fall ist die Sache anders gelagert: Die Suche nach Ebony Bones ergibt derzeit genau einen Treffer. Nur eine Frage der Zeit, bis sich dies ändert.
Ebony Thomas, gerade 24 Jahre alt, Britin. Die wahre Karriere der ehemaligen Schauspielerin rollt erst seit kurzer Zeit an: Seit rund einem Jahr feilt sie unter dem Pseudonym Ebony Bones an der Neu-Definition des Begriffs Riot Grrrl. Mit Referenzen an Reggae, Elektro, Punk und Soul erntet Thomas seitdem – im Hype-verwöhnten England würde man es nun so formulieren – »raving reviews«. Wobei Miss Ebony Bones ihre Erfahrung als Schauspielerin nur zu Gute kommen dürfte: Der Großteil der natürlich durchweg guten Kritiken ist der ihrer Liveshows. Aus den zahlreichen Livevideos auf Youtube kann man so auch sehr gut ablesen, wie das Konzept Ebony Bones funktioniert: Eine charismatische Sängerin, der man pure Energie unterstellen kann. Bunte Kleider, die dem bürgerlichen Begriff der »Verkleidung« allerdings wesentlich näher kommen dürften. Ein Backingchor, der nicht weniger bunt gekleidet für Druck sorgt. Ein Drummer – Rat Scabies – der zuvor in einer heute legendären Punkband – The Damned – gespielt hat. Und eine Selbstdarstellung, die mindestens zwei Myspace-Profile erfordert: Eines für ihre aktuellen Stücke, ein anderes für Remixe ihrer selbst.

Musikalisch steht Ebony Bones dem Punk wesentlich näher als Reggae und Soul: So zitiert sie mit »I’m Ur Future X-Wife« das Stück »Mind Your Own Business« von Delta 5 (im Original von 1975 zu finden auf der »Girl Monster«-Compilation), vereint Funk-Referenzen mit Wut und Witz der britischen Punkband The Slits.
»Like Harry Potter with a vagina«, sagt Ebony Bones über sich selbst. Wer mehr zum Verständnis der Künstlerin als das braucht, dem sei der Live-Mitschnitt bei Liveroom.tv empfohlen. Denn die drei angekündigten Deutschland-Konzerte sind ab jetzt sowieso Pflicht.

Ebony Bones live:
10.05. Frankfurt – Cookys
11.05. Berlin – Magnet
12.05. Berlin – White Trash Fast Food


Video: Ebony Bones – Don’t Fart On My Heart

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