Durch, durch, durch!

 

Als Auswärtiger auf Berlin zu schauen, bedeutet oft genug: Verwunderung, was der neue Wirbel um Techno soll. Seit rund vier Jahren erfährt die Techno-Kultur der Hauptstadt wachsendes mediales wie Besucher-Interesse – seien es Clubs wie Berghain, Watergate und Bar25, Plastik-Hymnen wie »3 Tage wach« bei »The Dome«, oder äußerst erfolgreiche Bücher wie »Lost And Sound« von Tobias Rapp, das nun auch in englischer Übersetzung veröffentlicht wird. Daneben wurde ein Film wie »Berlin Calling« zum internationalen Kassenschlager und katapultierte seinen Hauptdarsteller Paul Kalkbrenner in vormals ungeahnte Erfolgsdimensionen. Sogar über Ricardo Villalobos, den Pop-Star unter den Techno-Produzenten, wurde nun ein Film gemacht – der Berliner Regisseur Romuald Karmakar hat dem gebürtigen Chilenen Villalobos ein filmisches Denkmal gesetzt. Auch die neue Dokumentation »After Hours« portraitiert Techno in Berlin, die spannende Webserie ist nun auf dem Webserien-Portal 3min.de und Spex.de zu sehen.

    »After Hours« folgt als zwölfteilige Reihe dem Rhythmus ihrer Protagonisten: In rund acht-minütigen Beiträgen begleitet die Kamera Party-Veranstalter, Gäste und Künstler durch Berlin, in Hintergrundgesprächen werden Gedanken zu Feierkonzepten, Clubkultur und Musikproduktion formuliert. Dabei steht meistens die 20-jährige Melena im Vordergrund, deren Tagesrhythmus zwischen ranzigen Clubräumen, illegalen Techno-Open-Airs, Club Mate und des Feiernetzwerks »Restrealität« sich gut auf die anderen Gäste der Berliner Techno-Subkultur übertragen lässt.

    Dabei gelingt es Regisseurin Regisseurin Kerstin Hering und dem Produzenten Moritz Schmall bei »After Hours« besonders gut, die unterschiedlichen Aspekte und Haltungen einer zersplitterten Untergrund-Szene zu portraitieren. Dazu werden auch Blickwinkel von außen in die Beiträge integriert: Am Rande eines Open-Airs kommentiert beispielsweise ein Anwohner die Aufbauten der Party mit recht genervtem Tonfall: »Neuerdings sind immer diese Maschinen-Menschen mit ihrer Maschinen-Musik hier«.

    Besonders deutlich werden die raumgreifenden Dimensionen Berlins: Partys zwischen Schöneweide und Neukölln, Bootstouren auf der Spree zwischen der Friedrichshainer Bar25 und dem Club Rechenzentrum in Karlshorst, oder entlang des Routenverlaufs der »Megaspree«-Demonstration – die unterschiedlichen Facetten des Feierns in der Hauptstadt werden meist unter besonderer Auslassung klassischer Clubs betrachtet, dem Titel der Serie entsprechend der Fokus auf das Geschehen abseits der ›geschlossenen‹ Orte gelegt.

    Neue Folgen von »After Hours« sind in den nächsten Wochen immer Montags und Freitags  auf Spex.de sowie dem Webserien-Portal 3min.de zu sehen.

7 KOMMENTARE

  1. […] Als Auswärtiger auf Berlin zu schauen, bedeutet oft genug: Verwunderung, was der neue Wirbel um Techno soll. Seit rund vier Jahren erfährt die Techno-Kultur der Hauptstadt wachsendes mediales wie Besucher-Interesse – seien es Clubs wie Berghain, Watergate und Bar25, Plastik-Hymnen wie »3 Tage wach« bei »The Dome«, oder äußerst erfolgreiche Bücher wie »Lost And Sound« von Tobias Rapp, das nun auch in englischer Übersetzung veröffentlicht wird. Daneben wurde ein Film wie »Berlin Calling« zum internationalen Kassenschlager und katapultierte seinen Hauptdarsteller Paul Kalkbrenner in vormals ungeahnte Erfolgsdimensionen. Sogar über Ricardo Villalobos, den Pop-Star unter den Techno-Produzenten, wurde nun ein Film gemacht – der Berliner Regisseur Romuald Karmakar hat dem gebürtigen Chilenen Villalobos ein filmisches Denkmal gesetzt. Auch die neue Dokumentation »After Hours« portraitiert Techno in Berlin, die spannende Webserie ist nun auf dem Webserien-Portal 3min.de und Spex.de zu sehen. (Quelle: Spex.de) […]

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