„Drone Sounds ermüden mich“ – Experimental-Komponistin Ellen Fullman im Interview / Ticketverlosung

Die Kuratorin und Produzentin Manuela Benetton setzt die von SPEX präsentierte Experimental-Konzertserie in Berliner Kirchen fort. Neben Pan Daijing und Charlemagne Palestine wird auch Ellen Fullman mit ihrem sogenannten Long String Instrument dabei sein – hier im Kurzinterview mit SPEX. 

Dem avantgardistischen Anspruch bleibt Manuela Benetton auch im kommenden Herbst treu. Bei der Fortsetzung der Konzertreihe in verschiedenen Berliner Kirchen werden an drei Abenden Experimental-Acts wie Pan Daijing, Valerio Tricoli und Werner Dafeldecker dabei sein. Am 16. September präsentieren sie ihr neues Projekt The Speaker. Der Name ist Programm und die vielen Lautsprecher bereit für einen immersiven Trip. Weiterhin werden Charlemagne Palestine sowie Stine Janvin jeweils ein Konzert am 14. November in der Sophienkirche geben. Einen Monat vorher bekommt die Villa Elisabeth am 7. Oktober Besuch von der US-Künsterlin Ellen Fullman und Jörg Hiller alias Konrad Sprenger.

Seit über 30 Jahren beschäftigt sich die Komponistin, Performerin und Instrumententüftlerin Ellen Fullman mit ihrem selbst gebauten Long String Instrument. Ebenso lang erforscht sie damit neue akustische Möglichkeitsräume in ihren Kompositionen und Kollaborationen. Letztere ging sie unter anderem auch mit Konrad Sprenger ein. Ihre gemeinsame LP Ort von 2005 dokumentiert die Schnittmenge zwischen Fullmans außergewöhnlichem Saiteninstrument und Sprengers Wall of Sound von Folk bis Minimal.

Inwiefern steht deine musikalische Sozialisation in Verbindung mit deiner Idee, das Long String Instrument (LSI) zu bauen?
Ich bin in Memphis aufgewachsen. In lebendiger Erinnerung habe ich noch, wie ich in den Sechzigern Soul auf WDIA hörte, dem Top-Radiosender in Memphis zu der Zeit – und dem ersten, der sich auf afroamerikanische Musik spezialisierte. Die Idee zum LSI entstand während meines Bildhauerstudiums am Kansas City Art Institute. Vor allem das Austesten, Designen und Basteln an dem Instrument fesselt mich.

Als ich nordindische klassische Musik studierte, lernte ich erst die Schönheit einer einzelnen Note kennen – und wie sie mich zu Tränen rühren konnte. Die Kraft liegt dabei in der Art, welche Form man einem Ton gibt. Zugleich konnte ich glücklicherweise in den kleinen Nachbarschaftskirchen Amerikas Gospelmusik erleben – und sah darin den gleichen Effekt wie in der einzeln angespielten Note der nordindischen klassischen Musik. In meinen Kompositionen und Performances versuche ich, meine Liebe für Folk(-loristisches) mit abstrakten Texturen zu verbinden, die durchdrungen werden von etwas Emotionalem außerhalb des Verbalen.

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