Doping – Wer macht den Sport kaputt?

Sport kaputt»Doping macht den Sport kaputt. Diesen einfachen Satz liest und hört man oft. Doch ähnlich häufig, manchmal sogar in den gleichen Texten, liest man auch dies: Doping gibt es, solange es den Sport gibt. Was stimmt denn nun? Geht der Sport kaputt, seit es ihn gibt?«  Soweit die Einführung der Herausgeber Rolf-Günther Schulze und Martin Krauß zu ihrem Reader »Wer macht den Sport kaputt? – Doping, Kontrolle und Menschenwürde«. Es geht um ein Thema, zu dem laut öffentlichem Gerede eine Position ziemlich einfach zu beziehen ist: Doping, nicht  gut. Was dieser Diskurs aber verschleiert, das lassen der Sportjournalist Krauß und Deutsche Welle-Redakteur Schulze von einem vielstimmigen Chor beantworten.
    In ihren eigenen Worten:

»Die Autoren dieses Bandes sind nicht nur politisch verschiedener Couleur, sie vertreten auch bezüglich der Fragen, die sich entlang des Dopingthemas stellen, sehr unterschiedliche Positionen: Einige plädieren strikt für Freigabe, andere wollen beim bisherigen Verbot bleiben, wieder andere wollen sich einer solch pragmatischen Diskussion am liebsten entziehen. Was aber alle Autoren eint, ist, dass sie das Dopingthema auf einem hohen Niveau diskutieren, das so in Deutschland noch nicht erreicht wurde.«

So untersucht Matthias Heitmann die »Modedroge Moralin«, Konkret-Gremliza setzt Spitzensport mit Behindertensport gleich, und Diedrich Diederichsen erläutert im Gespräch, was er mit der »Selbstoptimierung der Körper« meint. Da ist es wieder, das Vortreffliche der Theorie: Sie muss sich nicht für eine Position mit Praxis-Anschluss entscheiden.

Rolf-Günther Schulze, Martin Krauß (Hg.): Wer macht den Sport kaputt? – Doping, Kontrolle und Menschenwürde. Verbrecher Verlag, Berlin 2008, ca. 13 €.
mit Beiträgen von u.a. Hermann L. Gremliza, Thomas Ebermann, Diedrich Diederichsen

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