The Dodos Individ

Feinster Klöppel-Indie vom anderen Ende der Welt: The Dodos Individ.

Toll, wenn Plattencover, in welcher medialen Form auch immer, den Klang eines Albums bereits vorwegnehmen. Die Farbstrahlen von Individ wirken wie ein Feuerwerk, und man kann darin die verhuschten Figuren von Herkules, Sisyphos und dem Teufel erkennen. The Dodos, Meric Long und Logan Kroeber aus San Fransisco, lassen genau solch feurig-mythologischen Indiepop auf uns los. Die Heimat des Duos weist in eine bestimmte Richtung, doch sorgen bei The Dodos weniger psychedelische Sounds als vielmehr eine Niedlichkeit im positivsten (und nicht niedlichen) Sinne sowie eine bestimmte Freundlichkeit (freilich nicht ohne Träne im Knopfloch) für diesen popmusikalischen Effekt des Knallig-Angenehmen. Die Band wirkt also ganz anders als die behäbige und längst ausgestorbene Riesenente auf Inseln im Indischen Ozean, nach der sie benannt ist.

The Dodos erzeugen absolut bunte Songs, die immer wieder an die noch eine Spur gefälligeren Kiwi-Pop-Acts der späten Achtziger und frühen Neunziger um spektakulär bescheidene Bands wie The Chills, The Bats, Bailter Space oder The Clean erinnern. The Dodos schließen hier an, ohne dass die Vorbilder zwingend als solche erkannt werden müssen, aber mehr Spaß macht es kultürlich. Eine Minihymne wie »Competition« lässt durchaus untheatralisch mit gesenktem oder auch geschütteltem Kopf tanzen und ist gefeit vor wutbürgerlichen Marktkonformismus-Extremismen. Klänge es nicht so musikjournalismusphrasenblöde, möchte man sagen: Diese Musik kann nicht von schlechten Menschen stammen. Obacht: Dodos sind keinesfalls harmlos, dafür ist hier doch zu viel Feedback und immer wieder Geschwindigkeit am Start. Individ ist feinster Klöppel-Indie vom anderen Ende der Welt, nur eben nicht aus Neuseeland, wie sich vermuten ließe, sondern aus San Fran, wie der Kenner sagt. Toll ist das, bitte einfach »Goodbyes And Endings« hören! Selten so viel Freude an Abschieden gehabt.

SPEX präsentiert The Dodos live
14.04. Dortmund – FZW
30.04. Hannover – Café Glocksee
03.05. Berlin – Privatclub
04.05. Hamburg – Molotow

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