Doctorella

Vor zwei Jahren waren sie zwar aufgeladen, aber noch nicht bereit*: Im Bang Bang Club Berlin-Mitte standen Doctorella erstmals auf der Bühne, es ist die Band des Geschwisterpaars Sandra und Kerstin Grethers, die durch ihre frühere Autoren- bzw. Redaktionstätigkeit einen nicht unmaßgeblichen Teil der Spex prägten. Im Februar 2008 jedenfalls wollten sich die Grethers sowie ihr damaliger Bandkollege und Freund Jens Friebe mit ihrer ersten Show in der Öffentlichkeit präsentieren, was im Vorfeld der Show bizarre Blüten trug: Konzert ja, Kritik bitte noch nicht, notierte Jens Balzer damals in der Berliner Zeitung zu einem Telefonat mit Sandra Grether. Nun kann man davon halten was man will, festhalten lässt sich nur, dass Doctorella heute aufgeladener und bereiter denn zuvor sind: In Kürze wird ihre erste Single, bald auch ein Album erscheinen, am Samstag spielen sie ihre nächste Show.

    Das Konzert veranstalten Doctorella im NBI der Kulturbrauerei Berlin, der Abend hat zudem die Funktion der Release-Party: Die erste Single »Lass uns Märchenwesen sein!« wird auf Fieber 7" als limitierte Vinyl-Künstleredition erscheinen, das Artwork der Platte wurde gestaltet von der Kölner Konzeptkünstlerin Cosima von Bonin, die zuletzt auch die Plattencover von Phantom Ghosts »Thrown Out of Drama School« sowie »Vertical Ascent« des Moritz-von-Oswald-Trios illustrierte und zudem mit Justus Köhncke das Label ICI Records betreibt.

    »Versprich mir dass ich keine hundert Jahre warten muss«, singen Doctorella nun in »Lass uns Märchenwesen sein«, einem mit gniedelnder Gitarre und vielstimmigem Refrain arbeitenden Indie-Rock-Song. Unsauber klingen ihre ersten Stücke, eben keine glatte Popmusik schreiben Doctorella, vielmehr Jangle-Indie-Pop oder -Rock mit der Haltung von Punk (oder Post-Punk bzw. Post-Pop, changierend zwischen diesen Polen, ganz genau kann man es noch nicht festmachen). Nach den Anfängen vor zwei Jahren mit den damaligen Kollaborateuren Jens Friebe und Andreas Spechtl (Ja, Panik) haben Sandra und Kerstin Grether nun andere befreundete Musiker um sich geschart: Sebastian Janata sitzt abseits von Doctorella auf dem Schlagzeugschemel der Gruppe Ja, Panik und schreibt zuweilen Artikel für das österreichische Now! Magazin, der Bassist Jakob Groothoff spielt in der hamburgischen Artpop-Band Sprout und Schlagzeuger Elmar Günther kennt man sowieso von Sandra Grethers Band Parole Trixi sowie Bernadette-La-Hengst-Platten. Man merkt schnell, dass man es einerseits nicht nur mit erfahren-reflektierten Musikern zu tun hat, sondern dass sich hier eine neue – man muss solche Worte vorsichtig dosieren – Indie-Supergroup formiert hat.

    Im Laufe des Jahres wollen Doctorella ihr erstes Album veröffentlichen, die Aufnahmen dazu sind bereits in vollem Gange, einen Ausblick auf die Platte gibt nun das Single-Release-Konzert. Und um auf die einleitende Bitte der Band nach Auslassung der Berichterstattung zurück zu kommen: Nach diesem Abend, an dem der gesamte Berliner Musikkritik- und Kulturbetrieb aufschlagen dürfte, wird wohl an vielen Stellen als nur hier und andernorts über Doctorella berichtet werden.

    Wir verlosen 3 mal 2 Tickets für die Show am Samstag, bitten dafür bis Freitag, 14 Uhr um eine E-Mail mit dem Betreff »Doctorella im Wunderland« samt Deinem vollen Namen an gewinnen@spex.de, die Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt.

 

Doctorella Live:
27.02. Berlin – NBI / Kulturbrauerei (Einlass 21 Uhr, Beginn 22 Uhr, Eintritt 7€)
mit House of Light, DJ Maria Toyko & Special Guests
29.05. A-Wien – Wiener Festwochen

* Addendum: Die Formulierung »aufgeladen und bereit« ist dem Namen des ausgezeichneten deutsch-schottischen Labels Aufgeladen & Bereit bzw. der Band Fire Engines entlehnt, mit denen man sich gerne auch einmal beschäftigen darf – beispielsweise über Klaus Walters Artikel zum Thema aus der taz.

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