DJ Vadim / Killa Kella

Be-pfff… Be-pfff-pfff… Be-pfff-tschik, Boom-tschik, Boom-tschik, Boom-tschik…Ja! Es ist jetzt der einzige Zweck, alles um uns herum wegzubeamen, und uns auf »This Boy Killa Kela« und ein viel zu oft vergessenes HipHop-Element, das Beatboxing, zu konzentrieren. Und nix hier mit pubertären Kapuzenpulli-Trägern, die mal wieder klingen, als müssten sie sich gleich übergeben, sondern, ja, wahren Könnern. Unser Mann aus London, GB, der auch mal Mitglied der Scratch Perverts war, präsentiert hier den ersten britischen Entwurf von Beatboxing auf Album-Länge. Da geht es nicht wie z.B. bei Philadelphias Finest Rahzel (der mittlerweile von Kollege Scratch Konkurrenz bekommt), straight puristisch, so zwischen Solo-Virtuosity, Rap und R&B-Anleihen zu, sondern expanding und stil-übergreifend. Kela flasht auf Rapbeats, wie auf Breakbeat oder Downbeat, mit oder ohne MCs, auch gerne mal mit Live-Musikern. Er ist halt der permanente Macher – auf Jazz Fudge, dem immer noch viel zu wenig empfohlenen Label von DJ Vadim. Dem Vadim, der Eric Dolphys »Out To Lunch«-Jazzhörspiel-Konzept mit »U.S.S.R. Repertoire« auf HipHop-Listening übersetzt hat. Dem Vadim, der Purismus denkt, jedoch genauso Progression meint. Dem Vadim, der uns mit »USSR – The Art of Listening« ein weiteres Schmankerl vor die Ohren setzt. Und dem Vadim, der uns mal wieder den kleinen, feinen Unterschied aufzeigt. Mit leicht abstrakten Beats, die auch ohne Raps groß wären, stattdessen aber adäquate Vokalisten supporten. Wie Anticon-Kopf Slug, der soviel Dedication in sein melancholisches Stück legt, als wäre es das letzte Mal. Oder Phi-Life Cypher, die den kleinen Listening-Trackstrukturen straighten, pushenden Flow entgegensetzen. Oder einem lockeren Killa Kela-Duo mit dem Saxophonisten Ulzula Dudziak. Und den French Friern TTC, Skratch Pickle DJ Babu und Spoken Wordlerin Yarah Bravo, die sich gleich einen Platz zwischen Jill Scott und Ursula Rucker reservieren darf. Doch der Höhepunkt kommt zuletzt: Revd. Clevie Brown, ein Bastard aus Cee-Lo und Solomon Burke, schmeißt ganz große Pulp-Souldramen aufs Parkett. Also: Nicht alles wird hier anders gemacht, aber vieles besser. Und: Die Möglichkeiten werden ausgereizt. Heads, ich bitte um respektvolle Aufmerksamkeit.

LABEL: Ninja Tune

VERTRIEB: Zomba

VÖ: 31.01.2003

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